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Dienstagsübung Nummer 1

Huhu,

ich habe letztes Jahr einen Blog gefunden, der mich interessiert hat und im dazugehörigen Forum gibt es etwas namens „Dienstagsübung“. Hier wird eine Aufgabe mit Rahmenbedingungen gestellt und wer sich daran versuchen möchte, kann diese Übungen anschließend ins Forum stellen. Ich dachte, ich teile die (recht schlechten) Übungen mit euch. Kritik finde ich immer gut 😉

Hier der Link zur Übung

Eva stand vor dem Spiegel und trug ihren roten Lippenstift auf. Gleich kommt er vorbei, oh Gott, habe ich wirklich alles aufgeräumt? Ist der Sekt im Kühlschrank? Ob ihm mein Outfit gefallen wird? Sie betrachtete sich erneut im Spiegel – sie trug ein hautenges kurzes schwarzes Kleid und schwarze Stöckelschuhe. Ihr braunes Haar hatte sie halb hochgesteckt und zwei Strähnen hingen gekonnt auf jeder Seite ihres Gesichtes herab. Ihre Wimpern wirkten durch den schwarzen Mascara lang und dicht. Ihre vollen Lippen wurden durch den roten Lippenstift betont und durch das Rouge wirkten ihre Wangen, als ob sie dauerhaft leicht errötet wäre. Sie machte einen letzten Rundgang durch die Wohnung und warf einen Blick in den Kühlschrank. Alles war perfekt. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass er bereits 5 Minuten zu spät war. Ihre Nervosität stieg und sie warf einen Blick durch den Türspion. Nein, auch vor der Tür war niemand. Ihr Handy klingelte und informierte sie darüber, dass sie eine neue Nachricht hatte.

„Hi Süße, es tut mir unendlich leid, doch ich muss unseren gemeinsamen Abend leider verschieben. Ich muss heute länger arbeiten und es wäre schade, wenn du auf mich warten müsstest. Mach dir einen schönen Abend, ich melde mich morgen bei dir. Ich liebe dich.“

Tränen stiegen ihr in die Augen. Unglaublich, er hatte es schon wieder getan! Das war bereits das zweite Mal in Folge, dass er sie versetzt hatte. Und nun? Sie hatte sich geschminkt und hübsch angezogen, es wäre eine Verschwendung, wenn sie nun einfach ins Bett gehen würde. Also nahm sie ihre Handtasche, kramte ihren Schlüssel heraus und ging in das Partyviertel der Stadt. Aus reiner Gewohnheit ging Eva in Sebastians Lieblingslokal. Sie setzte sich an die Bar und es dauerte keine fünf Minuten, bis sie angesprochen wurde. Innerlich machte sie sich bereit, dem Mann einen Laufpass zu geben, doch irgendetwas hielt sie davon ab. Sie lächelte den Mann an und ließ sich ein paar Cocktails spendieren. Die Unterhaltung lief wunderbar und schon bald merkte Eva, dass sie genau das brauchte. Einen Abend mit einer Person mit der sie einfach nur reden konnte. Der Mann wollte aufbrechen und fragte sie, ob er sie nach Hause bringen durfte. „Es tut mir wirklich leid, aber ich würde gerne noch ein wenig hier bleiben. Ich brauche heute einen angenehmen Abend mit ein wenig Ablenkung. Doch keine Ablenkung der Art, die du mir gerade angeboten hast. Eine nette Unterhaltung ist das, was ich momentan suche.“ Der Mann war sichtlich geknickt, doch Eva war nicht der Typ Frau, der wegen zwei Absagen fremd ging. Er liebt mich und ich liebe ihn. Das ist nur eine kurzfristige Phase .. hoffe ich. Also blieb sie wo sie war und trank noch einige Cocktails.

Je später der Abend wurde, desto aufdringlicher und betrunkener wurden die Männer, also beschloss sie, dass es nun an der Zeit war, nach Hause zu gehen. Als sie gerade aufstand, meinte sie, Sebastian zu sehen. Das war zwar unmöglich, doch ihre Neugier überwiegte. Sie bewegte sich langsam in die Richtung in der sie ihn vermeintlich gesehen hatte. Was sie sah, war ihr Stammtisch. An diesem Stammtisch saß Sebastian mit einer anderen Frau und flirtete was das Zeug hält. Wie gebannt sah sie zu, als Sebastian sich zu dieser Frau beugte und sie küsste. Plötzlich war ihr alles klar. Sie ging auf die Beiden zu und wartete, bis der Kuss beendet war und Sebastian sie sah. Sein Blick sagte mehr als tausend Worte. „Ich kam hierher, weil ich nach deiner Absage ein wenig Ablenkung brauchte. Wie ich sehe, hast du wirklich viel Arbeit und kannst mir wohl auch nicht sagen, wann du Feierabend hast. Du musst dich morgen nicht melden. Am Besten meldest du dich gar nicht mehr.“ Eva drehte sich zu der Frau am Tisch um und sah ihr direkt in die Augen. „Ich weiß nicht, ob Sie wissen, dass er gerne zweigleisig fährt, wenn nicht – ich war bis gerade eben seine Freundin. Wenn es Sie nicht stört, dann wünsche ich Ihnen alles Glück der Welt. Falls doch – naja, Sie werden selbst am Besten wissen, was gut für Sie ist.“ Damit drehte sie sich um und verließ das Lokal. Auf dem Weg nach Hause wurde ihr klar, dass sie wieder allein war. Tränen liefen in Strömen über ihre Wangen, doch sie war froh. Froh, dass sie nicht Jahre an diesen Mann verschwendet hatte, der ihr nur Leid und Kummer gebracht hätte. Sie rang sich ein Lächeln ab, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und beschloss, sich nicht von einem scheinheiligen Idioten wie Sebastian die Laune verderben zu lassen.

Eure Freya

Gedicht zum Thema „Seelenlos“

Huhu,

ich habe letztes Jahr einen Blog gefunden, der mich interessiert hat und im dazugehörigen Forum gibt es etwas namens „Dienstagsübung“. Hier wird eine Aufgabe mit Rahmenbedingungen gestellt und wer sich daran versuchen möchte, kann diese Übungen anschließend ins Forum stellen. Ich dachte, ich teile die (recht schlechten) Übungen mit euch. Kritik finde ich immer gut 😉

Hier der Link zur Übung

Heute scheint alles so schwer,
viel mehr als bisher.
Jeder lebt nur vor sich her,
da ist kein wahres Interesse mehr.

Die Langeweile nahm überhand,
Niemand blickt mehr über seinen Tellerrand.
So ist es heute in jedem Land,
niemand reicht dem anderen die Hand.

Die Menschen sind nie allein,
und doch fühlen sie sich klein.
Die wenigsten Absichten sind wirklich rein,
Sorgen werden ertränkt in Wein.

Was ist bloß los,
alles ist so farbenlos.
Die Städte sind groß,
doch die Bewohner seelenlos.

Eure Freya

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