Die Sache mit der Liebe, der Nähe und der Einsamkeit

Huhu,

vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit jemandem, bei dem es um eine ziemlich schwierige Frage ging. Ich will nicht auf die Einzelheiten eingehen, aber es ging um die Liebe, richtige Entscheidungen und den Wunsch nach Nähe und Geborgenheit.

Lange habe ich über diese Frage nachgedacht und bin auf keinen grünen Zweig gekommen. Ich kenne die Situation genau – vermutlich zu genau – um objektiv zu sein. Daher habe ich mich einem anderen Aspekt der Frage gewidmet. Wenn man jahrelang eine Partnerschaft hat und sich trennt, dann ist das ein entscheidender Einschnitt. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Welt – wie man sie kennt – zusammenbricht. Abends liegt man alleine im Bett und sehnt sich nach Nähe und Geborgenheit. Es ist ein wenig wie ein Entzug, nur eben emotional.

Jeder Mensch sehnt sich nach der Liebe, aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann haben wir doch Angst davor. Wenn wir wirklich lieben, dann macht uns das verletzlich. Wir öffnen uns und können im Vorhinein nicht wissen, ob diese Beziehung halten wird. Jede Beziehung hat Höhen und Tiefen, wir alle entwickeln uns weiter. Was, wenn der Mensch an unserer Seite sich jedoch in eine gänzlich andere Richtung entwickelt? Wie sollen wir das vorher ahnen? Lassen wir uns auf jemanden ein, dann ist das immer mit einem Risiko verbunden. Manches Mal lohnt es sich und einige Male wird es nach hinten losgehen. Natürlich wünschen wir uns, dass die erste Beziehung bis zum Lebensende hält und dass diese eine Person ihre oder seine Träume mit uns teilt. Doch wenn wir unser ganzes Leben auf die oder den Richtige/n warten, wer kann uns versichern, dass wir diese Person nicht verpassen?

Andererseits, wenn wir unser Leben mit jemandem verbringen, von dem wir wissen, dass er uns nicht gut tut – wer sagt uns, dass wir dann die Chance auf die „eine große wahre Liebe“ nicht verpassen? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten und im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt keinen „richtigen“ Weg. Der eine Mensch ist glücklich, wenn die Liebe alles-verzehrend und allumfassend ist. Wenn die Leidenschaft niemals aufhört und regelmäßig die Fetzen fliegen. Der andere sucht nach einer ruhigen und stabilen Beziehung in der er sich sicher und geborgen fühlt. Wieder jemand anderer weiß nicht, was er will und muss durch viele Anläufe erst herausfinden was er nicht will.

Egal wie wir uns entscheiden, jeder Mensch hat das Recht auf Liebe und auf seinen eigenen Weg. Was wir allerdings alle bedenken sollten ist, welche Risiken wir dafür in Kauf nehmen und ob wir jemanden wirklich lieben oder uns nur nach Nähe sehnen um nicht einsam zu sein.

Eure Freya

Ein schönes „Kompliment“

Huhu,

heute habe ich ein schönes „Kompliment“ bekommen. „Kompliment“ deswegen, weil es streng genommen keines war und irgendwie aber doch.

Beginnen wir am Anfang. Im April 2016 sind mein Lebensgefährte und ich zusammen gekommen. Zu dem Zeitpunkt gab es für ihn nichts besseres als Tiefkühlpizza. Ich liebte es zu kochen und mein Lebensgefährte liebte es, nur mal eben schnell den Backofen aufdrehen zu müssen um zu „kochen“.

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie die Antwort auf die Frage „Schatz, was willst du essen?“ anfangs aussah. Schritt für Schritt habe ich es geschafft, die Fertigprodukte so gut es geht aus unserem Leben zu verbannen.

Heute hatte unser kleiner Sonnenschein jedoch wieder einmal eine Impfung und er hat nicht wirklich gut darauf reagiert. Er bekam einige Stunden später sehr schnell recht hohes Fieber und begann zu brüllen. Vollkommen erschöpft schlief er nach einiger Zeit endlich ein, doch dummerweise war ich mit dem Kinderwagen unterwegs und er lag in meinen Armen. Sobald ich ihn bewegte, fing er im Schlaf an bitterlich zu weinen. Dank einigen sehr netten Menschen kamen wir zu Hause an und er schlief endlich ein. Ich war jedoch vollkommen erledigt und beschloss – heute gibt es Tiefkühlpizza.

Mein Lebensgefährte besorgte sich seine Lieblingspizza und nach einigen Bissen sah er mich an und sagte „Ich bin schon zu lange mit dir zusammen.“ Er biss noch einmal ab und meinte dann „die Pizza schmeckt nicht mehr. Das war einmal meine Lieblingspizza.“

Okay, ich gebe offen zu – es war nicht das Kompliment, dass ihm am besten gelungen ist bisher, aber definitiv eines derjenigen über die ich mich am meisten gefreut habe!

Wenn mir das nächste Mal jemand etwas seltsames sagt, werde ich also einfach einmal abwarten, was danach kommt. Vielleicht erhalte ich dann erneut ein unerwartetes „Kompliment“.

Eure Freya

Vom schlechten Gewissen und der perfekten Mama

Huhu,

ich denke (nein, ich hoffe) ich bin damit nicht alleine. An manchen Tagen scheint einfach wirklich rein gar nichts zu klappen. Letzte Woche hatte ich so einen Tag. Abends hatte sich Besuch angemeldet, ich sah mich in der Wohnung um und dachte „Verdammt, noch so viel zu erledigen.“ Der Kleine hatte furchtbar schlechte Laune und selbst zusammenkehren war eine unmögliche Aufgabe. Nach 3 Stunden abwechselnd Kind durch die Wohnung tragen, ins Gitterbett stellen, schnell eine Ecke fegen und dann wieder zum weinenden Kind eilen war meine Laune vollkommen im Eimer. Ich war frustriert, wütend und genervt. Nach 3 Stunden hatte ich es weder geschafft mein Kind zu beruhigen (von schlafen legen wollen wir gar nicht anfangen) noch hatte ich die 10m² große Küche gefegt. Ich hatte noch weitere 5 Zimmer zu kehren und nur mehr 3 Stunden Zeit.

Also nahm ich mein Kind erneut hoch und lief durch die Wohnung. Durch meine Laune hatte ich ihn natürlich nur noch mehr aufgeputscht und war gar nicht mehr zu beruhigen. Nach kurzer Zeit wanderte er – schreiend – in sein Bett und ich kehrte die Küche fertig, um meine Frustration in den Griff zu bekommen. Das klappte natürlich nicht wie gewünscht und irgendwann schnappte ich ihn mir, ging ins Schlafzimmer und „schrie“ mir meine Frustration von der Seele. „Schreien“ weil es nicht an ihn gerichtet war. Es war einfach ein Herauslassen der Wut und Frustration ohne Ziel. Er sah mich groß an, ich erklärte ihm was mich beschäftigte und damit war die Situation überwunden. Er bekam eine frische Windel, ich stillte ihn und anschließend konnte ich 3 weitere Zimmer kehren. Die Tür zu den anderen Zimmern machte ich einfach zu, denn dort würde mein Besuch sowieso nicht hin wollen oder müssen.

Warum ich unbedingt kehren wollte? Tja, weil ich was das anbelangt einfach nicht anders „kann“. Klar, mir könnte es egal sein was andere denken, doch wenn ich weiß, dass jemand mit recht hohen Ansprüchen vorbeikommt, dann will ich eine halbwegs vorzeigbare Wohnung haben. Meine Ansprüche an mich selbst sind hier einfach hoch und auch wenn es vielleicht nicht so wirkt – sie sind schon sehr gesunken. Früher hätte ich den Tag zuvor Staub gewischt, gekehrt, den Staubsauger geschwungen, aufgewaschen, zusammengeräumt, die gesamte Küche und alle Fenster geputzt, etc. Heute reicht mir kehren und eine halbwegs aufgeräumte Wohnung. Das ist einfach etwas, womit ich mich persönlich wohler fühle.

Was hat die Situation mit schlechtem Gewissen und perfekten Mamas zu tun? Alles. Ich wollte immer die „perfekte“ Mama sein. Eine saubere und immer perfekt geputzte Wohnung, immer frisch gekochtes Essen und Backwaren. Sohl Routine haben als auch spontan etwas unternehmen. Die perfekte Frau und Partnerin sein. Nebenher spielend leicht Karriere machen. Ihr kennt dieses Bild wahrscheinlich und Überraschung – das ist unmöglich.

Ich arbeite (noch) täglich von 10 bis 15 Uhr von zu Hause aus. Ich koche zwar meistens frisch, aber zwischendurch gibt es auch einfach nur Würstel oder das Essen vom Vortag. Backen ist ein Luxus, denn wir haben noch kein Backofengitter und mein kleiner Racker ist fasziniert von leuchtenden Dingen. Da ich keine Brandblasen verarzten will, wird halt nur dann gebacken, wenn mein Sohnemann selig schläft und auch mein Mann zu Hause ist. Routine gibt es bei uns zu Hause nicht wirklich, denn unser Sonnenschein stellt jeden Plan auf den Kopf. Spontanität ist ebenfalls eher Wunschdenken, denn auch hier macht mein Kleiner oft einen Strich durch die Rechnung. Von der „perfekten“ Frau und Partnerin wollen wir gar nicht erst anfangen.

Dummerweise bin ich – wie viele andere Mamas – seit meiner Schwangerschaft sehr viel im Internet unterwegs. Dort tummeln sich massig Mamas, die einfach perfekt scheinen. Sie arbeiten, informieren sich, leben gesund, machen Sport, führen eine glückliche Beziehung, haben eine tolle Beziehung zu ihrem Kind, etc. Dann sitze ich oft vor dem PC und denke mir „Sie schafft es doch auch. Das muss doch gehen!“ und dann kommt mein schlechtes Gewissen. Vergleiche sind schlecht – ja, doch das geschieht so automatisch, dass man es einfach nicht verhindern kann.

„Andere Mütter schaffen das doch auch.“ Dieser Satz kam mir schon oft in den Sinn und ich habe ihn leider auch schon zu hören bekommen. Solche Sätze sind unglaublich schmerzhaft, denn man beginnt an sich selbst zu zweifeln. Aber jede Mama ist eine „perfekte“ Mama. Ich wage zu behaupten, dass jede Mama ihr Bestes gibt um die „perfekte“ Mama für ihr Kind bzw. ihre Kinder zu sein. Klappt es mal nicht wie gewünscht, dann ist das auch in Ordnung. Man muss nicht alles „perfekt“ machen um „perfekt“ zu sein. Unsere Kinder lernen auch aus Fehlern. Wenn wir zu unseren Fehlern stehen und reflektiert und angemessen damit umgehen, dann können unsere Kinder so viel daraus lernen.

Ich habe mich viel mit „Good enough parenting“ auseinandergesetzt und dachte immer „Ja, genau!“ Wirklich verstanden hatte ich es aber wohl nicht. Erst diese -für mich – furchtbare Situation, in der sich meine Gefühle so extrem aufgestaut hatten, hat mir die Augen geöffnet und mich dazu gebracht diese Einstellung wirklich zu „übernehmen“. Man kann so viele Dinge lesen und lernen, doch wirklich verstehen können wir vieles erst dann, wenn wir selbst in so eine Situation geraten und die Erkenntnis haben, dass wir nicht perfekt sein können.

Das hat mich auch dazu gebracht noch einmal darüber nachzudenken, warum ich eigentlich diesen Blog schreibe. Die meisten Mama-Blogs sind von Journalisten, Hebammen, Pädagogen, Psychologen, etc. Nur wenige sind von Müttern, welche nicht schon zuvor auf irgendeine Art und Weise in dieser Richtung – sei es schriftstellerisch oder im Bereich Soziales – tätig waren. Mir hat das einfach gefehlt und ich wollte meine Erfahrungen mit euch teilen. Ich möchte euch daran teilhaben lassen, wie ich meinen Weg als Mama finde. Mein Anliegen ist es, dass ihr vielleicht ein paar Dinge mitnehmt, die euch dabei helfen können, den Alltag als Mama zu meistern oder auch an manchen Tagen einfach nur zu überstehen. Das heißt bitte nicht, dass die Blogs von Mamas aus diesen Bereichen schlecht sind oder ich sie nicht lese – ganz im Gegenteil. Ich lese sogar ganz viele dieser Blogs und bin sehr dankbar über die dortigen Informationen.

Eure Freya

Gut gemeinte Ratschläge und wie man lernt „Nein“ zu sagen

Huhu,

als Mutter (ob frischgebacken oder nicht) höre ich sehr viele – sicher gut gemeinte – Ratschläge. Zu allen Themenbereichen und von allen möglichen Menschen. Schon in der Schwangerschaft fangen viele damit an. Da kommen Tipps wie „Du darfst keinen Knoblauch und keine Zwiebeln essen“ oder auch „Ein Glas Wein schadet deinem Kind nicht – trink doch was“. Die Bandbreite reicht von absoluter Übervorsicht bis hin zu, nennen wir es einfach „Egoismus“.

Ich war mein ganzes Leben eher ein Mensch, der sich nicht so leicht von Ratschlägen beeinflussen ließ. In der Schwangerschaft haben mir jedoch die Hormone – wie vermutlich jeder Schwangeren – ziemlich übel mitgespielt und einige Ratschläge haben sich regelrecht in meine Gedanken gefressen. Ich war von Haus aus verunsichert, da ich weit weg von meiner Familie wohnte und zu allem Überdruss auch gerade ziemlichen Streit mit dieser hatte. In einer noch immer fremden Umgebung als Schwangere inmitten von gefühlten Millionen Ratschlägen, habe ich begonnen Google zu den Tipps zu befragen. Das war einerseits vermutlich das beste und andererseits das schlimmste, was ich tun konnte. Kaum war die erste Angst genommen, stolperte ich über etwas Neues und musste darüber recherchieren. Ein Teufelskreis aus dem ich nie wirklich heraus kam.

Nach einiger Zeit hatte sich dann der Streit mehr oder weniger gelöst und ich hatte auch wieder mehr familiären Rückhalt. Dadurch hatte sich meine Unsicherheit ein wenig gelöst. Dann kam unser Umzug. 3 Monate vor dem genannten Termin beschlossen wir, dass wir jetzt umziehen sollten. Ich schob also meine Kugel durch die gesamte Wohnung und begann alles einzupacken. 2 Monate vor der Geburt zogen wir dann wirklich um. Bis wir dann jedoch die richtige Wohnung hatten, dauerte es ein wenig und im letzten Monat begann ich damit, alles wieder auszupacken. In dieser Zeit hörte ich mehr gut gemeinte Ratschläge als jemals zuvor. „Überanstrenge dich nicht!“, „Mach oft Pause“, „Lass das doch alles stehen“, etc. Ihr könnt es euch bestimmt denken.

Dann – 2 Wochen zu früh – kam die Geburt. Ich dachte, dass ich viel mehr Zeit hätte – ein schwerer Fehler – und hatte noch nichts gepackt. Ich lief also mit Blasensprung durch die Wohnung, packte alles ein. Mein Lebensgefährte war verständlicherweise nervös und meine Großmutter bekam sicher einige graue Haare mehr, als ich sagte, dass ich nun auch noch schnell duschen wollte. Ja, ich weiß – mit Blasensprung sollte man sich nicht mehr bewegen. Das Problem war nur, ich wusste, dass die Geburt nicht lange dauern würde und ich im Krankenhaus keine Zeit mehr gehabt hätte. Also schnell in die Badewanne gesetzt und geduscht. Meine Mutter war bereits informiert und unterwegs ins Krankenhaus. Den Blasensprung hatte ich gegen 7:30 morgens und mein Kleiner war gegen 14 Uhr bereits da.

Nach der Geburt kamen dann erneut sehr viele Ratschläge – vor allem von den Hebammen. Mir wurden zwei Stillpositionen diktiert, welche für mein Kind und mich so gar nicht passten. Kaum hatte ich meinen Kleinen wieder hingesetzt (er isst nur im Sitzen), wurde er mir wieder anders hingesetzt. Die 3 Tage im Krankenhaus waren dadurch nicht sonderlich angenehm, da mein Kind immer nur nachts richtig gegessen hat. Kaum waren wir zu Hause fingen dann schon die nächsten Ratschläge an. „Lass dein Kind ja nicht in eurem Bett schlafen – den kriegt ihr nie mehr raus!“ oder „Wenn er Durst hat, dann gib ihm ruhig auch mal Tee“.

Als junge Mutter saß ich dann zu Hause, sah auf der einen Seite mein Verhalten und mein Bauchgefühl und auf der anderen Seite die Erfahrung und die Ratschläge anderer. Oft knickte ich ein und versuchte den Ratschlägen zu folgen. Die ältere Generation hatte schon Kinder, sie müssen es ja wissen.

Immer wenn das Thema Familienbett aufkam, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Einerseits wurde mir schon von Anfang an beigebracht, dass das Familienbett böse ist. Das Familienbett ist der Feind der Ehe, ist schlecht für die Kinder und das Sexleben und man darf es gar nicht erst so weit kommen lassen. Da war ich nun – im Familienbett. Neben mir meinen Sohn und meinen Lebensgefährten und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Ich wusste, mein Kind braucht die Nähe und doch schrie etwas in mir, dass mein Baby alleine schlafen muss. Er muss es ja doch irgendwann lernen, besser früher als später.

Noch im Wochenbett kam dann meine Schwiegermutter zu Besuch. Ich wusste, die Frage würde kommen und doch war ich nicht wirklich darauf vorbereitet. „Isst er auch etwas anderes?“ Ich schluckte. Er war noch keine 4 Monate, also stillte ich. Es gab nur zwischendurch Fenchel-Tee, wenn er zu starke Bauchschmerzen hatte. Also antwortete ich wahrheitsgemäß mit nein. Ein enttäuschter Blick und ich fühlte einen kleinen Stich. Sollte ich ihn schon anderweitig füttern? Er zeigte keinerlei Interesse an anderer Nahrung, nein, das war unsinnig und doch war da das schlechte Gewissen. Mein Wochenbett war furchtbar, all der Stress und das schlechte Gewissen fraßen mich auf. Dazu kam noch die „normale“ Angst etwas falsch zu machen. Kurzum, ich würde es nächstes Mal ganz anders machen.

Irgendwann saß ich dann bei meiner Großmutter und wir unterhielten uns – wie immer – über das Thema Kinder. Dann kam ein Satz, den ich anscheinend unbedingt hören musste. „Es ist dein Kind, DU musst wissen was du machst und wie du ihn erziehst. Immerhin kennst DU dein Kind am besten.“

Das war es. Ich saß erst einmal da und dachte darüber nach. Ja, genau so ist es. Ich bin diejenige, die ihn 24/7 bei, um und auf sich hat, die am Schreien erkennt, ob er Bauchweh oder Hunger hat, die ihn in den Schlaf wiegt und kuschelt. Ich bin nicht nur die Futterquelle oder der Kuschelteddy – ich bin seine Mutter und es ist meine Pflicht für mein Kind die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Nach diesem Satz begann ich, noch einmal über alles nachzudenken. Wollte ich ihn zwischendurch mit Tee füttern? Nein, also weg damit. Wollte ich ihn zwingen in sein Bett zu wandern? Nein, auf jeden Fall noch nicht jetzt. Also blieb er in unserem Bett.

Ich hatte angefangen meine Meinung zu vertreten und auch zu verteidigen. Zuvor hatte ich auf die Frage „Schläft er schon alleine?“ immer kleinlaut geantwortet „Nein, aber ich lege ihn tagsüber immer wieder in sein Bett und manchmal schläft er auch dort.“ Dann kam immer dieser Blick, der mir sagte, dass ich mich nicht genug anstrengte und dass es nicht gut genug war. Danach sagte ich einfach nur „Nein, aber offensichtlich braucht er die Nähe noch. Kinder gehen irgendwann von selbst in ihre eigenen Betten.“ Der Blick kam immer noch, aber das schlechte Gewissen wurde immer weniger.

In manchen Punkten ertappe ich mich immer noch dabei, wie ich nachgeben will. Mein Fröschli hat bereits mit 3 Monaten alles was in meinem Mund landete fasziniert beobachtet und ganz eindeutig gezeigt, dass er das auch essen will. Damals hieß es schon „Na, dann kannst du ja schon mit Beikost anfangen.“ Ich wollte aber mindestens 6 Monate stillen. Also schloss ich einen Kompromiss mit mir selbst und gab ihm mit 4 Monaten das erste Mal Apfel-Bananen-Brei. Im Nachhinein betrachtet war das nicht die beste Wahl, denn Bananen stopfen leider ziemlich und eigentlich will ich auch noch nicht abstillen. Da mein Kleiner jedoch immer noch alles essen will, was Mama und Papa essen, hätte ich sowieso bald mit Beikost angefangen. Ich habe für mich jedoch festgestellt, dass ich es sehr langsam angehen möchte.

Wie lernt man also „Nein“ zu sagen? Jeder wird wahrscheinlich auf seine eigene Art und Weise diese „Mini-Erleuchtung“ haben oder bekommen. Vielleicht brauchen manche sie aber auch gar nicht und setzen von Anfang an ihren Willen durch. Ich denke, das Wissen, dass man selbst es am besten weiß, gibt fast jedem genug Selbstvertrauen um seine Ansichten einfach durchzusetzen.

Versteht mich nicht falsch – ich will niemanden dazu auffordern alle Ratschläge zu ignorieren oder immer auf die Richtigkeit der eigenen Meinung zu pochen. Es sind auch nicht alle Ratschläge schlecht – ganz im Gegenteil! Ich möchte nur, dass ihr überlegt, ob ihr das für euer Kind macht oder für jemand anderen. Wenn ihr es nämlich nicht als richtig und gut empfindet, dann lasst es bleiben. Das allerwichtigste ist euer Bauchgefühl. Ihr kennt euer Kind am besten und daher wisst ihr auch was das Beste für euer Kind ist – lasst euch also nichts anderes einreden!

Wie geht ihr mit gut gemeinten Ratschlägen um? Befolgt ihr alle Ratschläge der älteren Generation? Hattet ihr auch schon Situationen, in denen euch das Gefühl gegeben wurde, ihr würdet eine schlechte Entscheidung treffen?

Eure Freya

Vom einsam sein und fallenden Decken

Huhu,

heute widme ich einem Thema, welches viele frischgebackene Mütter betrifft: Einsamkeit. Viele haben eine tolle Familie, einen Partner, Freunde und alle haben natürlich ihr Kind. Doch seien wir ehrlich – wir sehnen uns danach, uns mit anderen Müttern in der selben Situation auszutauschen. Der Partner kommt in vielen Fällen erst spät nach Hause, die Familie und Freunde kann/will man nicht immer besuchen. Meist sind weit und breit keine frischgebackenen Eltern zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich manchmal auch recht einsam. Ich lebe ca. 100 km von allen Verwandten und Freunden entfernt. Mein Wohnort ist ein typisches kleines Dörfchen (auch liebevoll Kaff genannt), in dem fast nichts los ist. Frischgebackene Eltern habe ich hier noch nie gesehen. Zu Fuß ist nichts erreichbar, Bus und Zug fahren nur sehr unregelmäßig und selten. Da ist es nicht einfach, Kontakte zu knüpfen.

Ich überflute mich daher mit Arbeit um mich abzulenken. Der richtige Weg ist das bestimmt nicht, doch da wir sowieso in naher Zukunft umziehen wollen, ist es für mich eine akzeptable Übergangslösung. Ich arbeite immer noch 15 Stunden die Woche nebenher, putze, koche, backe, helfe meiner Schwiegermutter, unterstütze meinen Lebensgefährten und bald werde ich auch noch einen weiteren ehrenamtlichen Nebenjob machen.

Viel Zeit bleibt nicht für Einsamkeit. Einige Freunde und Bekannte habe ich bis heute nicht besucht, da sie einfach nur an Wochenenden Zeit haben. An denen möchte ich jedoch Zeit mit meinem Partner verbringen. Wenn der Lebensgefährte täglich 12 Stunden unterwegs ist und weitere 8 Stunden schläft, dann bleibt leider nicht viel Zeit füreinander.

Immer wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen droht, dann suche ich mir etwas, was ich früher gerne als Ausgleich gemacht habe. Ich spiele ein Spiel, male Mandalas, singe, lese, was auch immer mir gerade Spaß macht. Danach fühle ich mich viel besser und die Einsamkeit ist verschwunden. Oft reicht auch ein Lächeln meines Kindes um die Einsamkeit zu vertreiben. Wie kann man auch wirklich und wahrhaftig einsam sein, wenn man so ein wundervolles, süßes und unschuldiges Geschöpf um sich hat? Ein Wesen, dass ohne Bedingung liebt und dies durch seine Taten immer wieder äußert?

Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich mit meinem Kleinen einen Baby-Schwimm-Kurs besuchen werde, denn er liebt es, im Wasser zu planschen. Ich bin zuversichtlich, dass sich dort jemand finden wird, mit dem man ins Gespräch kommen kann und vielleicht ist auch jemand dabei, mit dem sich eine Freundschaft entwickeln kann.

Jedem der sich einsam fühlt kann ich nur raten, geht raus und unternehmt etwas dagegen. Nein, ihr sollt euren Terminkalender nicht vollstopfen bis oben hin und euer Kind mitschleppen. Das ermüdet nur. Sucht euch etwas aus, was euch und eurem Kind Spaß macht. Probiert etwas Neues aus und wenn es nicht das Richtige für euch ist – geht wieder. Wenn ihr euch in einer Gruppe unwohl fühlt (weil die Aktivität oder die Leute nicht das Richtige für euch sind) – dann geht. Verzweifelt nicht, nur weil es beim ersten Mal nicht gleich geklappt hat. Bleibt einfach offen und ihr werdet etwas finden. Es gibt da draußen so viele Eltern, die genauso empfinden wie ihr gerade. Ihr müsst sie nur finden!

Fühlt ihr euch auch manchmal einsam? Fällt euch auch zwischendurch die Decke auf den Kopf? Sehnt ihr euch nach „Single“-Aktivitäten? Wie werdet ihr diese Gefühle los? Was unternehmt ihr aktiv dagegen?

Eure Freya

Die Sache mit Liebesfilmen

Liebesfilme

Huhu,

wie wohl die meisten Frauen, habe auch ich Phasen, in denen ich mir gerne Liebesfilme ansehe. Aber nicht irgendwelche Filme, nein. Dann will ich diese unglaublich herzzereißenden, kitschigen Filme sehen – gerne auch ohne Happy End. Klingt seltsam? Ist es vermutlich auch.

Einer meiner Lieblingsfilme bisher ist und war „P.S. Ich liebe dich“. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Film bereits gesehen habe und jedes Mal aufs Neue muss ich weinen als gäbe es kein Morgen mehr.

Der Film beginnt mit einem klassischen Streit zwischen Ehepartnern. Kurz darauf stirbt der Mann. Holly (die Ehefrau) ist am Boden zerstört. Er hinterlässt 12 Briefe für sie, welche Aufgaben für Holly enthalten. Zuerst erfüllt sie diese nur mit Widerwillen, doch nach und nach findet sie Gefallen daran, denn dadurch fühlt sie sich ihm näher. Der letzte Brief – bzw. eher ein bestimmter Satz darin – hat mich bisher immer wieder zum Weinen gebracht. Allein beim Gedanken daran, kommen mir die Tränen.

Mein zweiter Favorit ist „Geliebte Jane“. Dieser Film handelt vom Leben der Jane Austen. Jane Austen hat im 18. Jahrhundert gelebt. Ihre Familie wollte, dass sie einen reichen Mann heiratet, doch sie hat abgelehnt – sehr zum Entsetzen ihrer Familie. Jane lernt einen Mann namens Tom kennen. Dieser ist angehender Jurist und kritisiert ihre literarischen Werke sehr. Nach einiger Zeit und vielen Sticheleien verlieben sie sich ineinander.

Ich höre an dieser Stelle auf, um nicht zu viel zu verraten. Der Film ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen und auch hier habe ich ziemlich viel geweint.

Heute habe ich mich spontan dazu entschieden einen erneuten Liebesfilm-Tag einzulegen. Meine Wahl fiel unter anderem auf „Ein ganzes halbes Jahr“. Ich muss sagen, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war, doch der Film hat mich wirklich überzeugt.

Es geht um ein Mädchen namens Louisa – kurz Lou genannt – welches seinen Job in einem Cafe verliert und anschließend eine Stelle als Pflegerin annimmt. Die ihr anvertraute Person ist ein reicher junger Mann, der für immer an den Rollstuhl gefesselt ist und sein Leben bereits aufgegeben hat. Durch ihre offene Art gewinnt sie nach und nach sein Herz und er legt seine bittere Art ab. Wie es in jedem Liebesfilm so ist, verlieben sich die beiden ineinander. Lou erfährt durch Zufall, dass er vorhat in die Schweiz zu gehen, um dort sein Leben zu beenden. Fortan versucht sie alles, damit er die schönen Seiten des Lebens sieht und sich doch noch umentscheidet.

Auch bei diesem Film kamen mir die Tränen. Nicht so sehr wie bei „P.S. Ich liebe dich“, doch das ist auch nur schwer möglich. Dieser eine Satz hat bereits viele Frauen und Mädchen zum Weinen gebracht. Jeder dieser Filme hat etwas für sich. Ich habe bereits viele Liebesfilme gesehen, doch am Besten fand ich jene, die so starke Gefühle in mir hervor gerufen haben, dass ich die Tränen einfach nicht unterdrücken konnte.

Natürlich gibt es da noch meine geliebten Klassiker wie „Dirty Dancing“ oder „Grease“. Doch an Tagen wie heute, wo mich die Sehnsucht nach herzzerreißenden Liebesszenen überkommt, welche mich noch Wochen nachher zum Weinen bringen könnten, sind die beiden definitiv nicht das Richtige.

Bevor jemand sagt „es gibt aber auch noch Pretty Woman und ganz viele andere richtige Klassiker.“ Oh ja, die gibt es. „Pretty Woman“ habe ich ebenfalls bereits gesehen. Doch im Gegensatz zu meiner Mutter, fand ich den Film zwar toll, doch nicht wirklich mitreißend. Auch „Ghost – Nachricht von Sam“ war unglaublich toll. Doch für diese typischen „Herzschmerz-Tage“, an denen ich Schokolade, Eis, Kaffee und Tee brauche, sind diese Filme leider nicht so gut geeignet.

Welche Liebesfilme seht ihr euch gerne an? Bevorzugt ihr Filme mit Happy End?

Eure Freya

Tage wie dieser oder Familienmanagement

Huhu,

heute war wieder einmal einer dieser Tage, den wohl jede Mutter kennt. Ein Tag an dem man sich fühlt, als müsste man sich zerteilen um ja allen gerecht werden zu können. Das Baby schreit, man hat Hunger, man kommt kaum zur Ruhe und je später es wird, desto schlimmer wird es.

Mein Kleiner zahnt und leidet dabei fürchterlich. Am liebsten würde er 24/7 mit mir kuscheln. Der Haushalt bleibt dabei natürlich ziemlich oft auf der Strecke. Dass mein Fröschli jedoch tagsüber nicht mehr länger als 1 Stunde am Stück schläft, macht die Sache nicht unbedingt leichter.

Am liebsten würde ich die Zeit nur dazu nutzen, um meine Energie wieder aufzufüllen. Leider ist das nicht möglich, wenn man nicht alleine lebt. Kaum ist das Baby eingeschlafen, ruft der Abwasch, die Wäsche, der Besen, etc. Ihr kennt das bestimmt.

Wenn ein kleiner Teil so leise wie möglich erledigt worden ist, dann wacht das Baby wieder auf. Also zum Baby hin, kuscheln, füttern, beschäftigen und versuchen, es zum einschlafen zu bewegen. Nach mindestens 1-2 Stunden schläft der Kleine dann endlich. Also ab ins Bett mit ihm und darauf achten, ihn ja nicht aufzuwecken. Oft klappt das natürlich nicht und der Spuk beginnt von vorne.

Gegen 14 Uhr sind meistens maximal 3-4 Aufgaben erledigt und der Hunger macht sich breit. Also ab in die Küche und nur schnell irgendetwas zu Essen machen – leise versteht sich, damit das Baby nicht aufwacht. Alleine essen gibt es für mich nicht mehr. Sobald mein Fröschli etwas Essbares riecht, hat er auch Hunger. Also ab zum Tisch, Baby füttern und gleichzeitig essen.

Alles in allem – ein sehr anstrengender Tag. An solchen Tagen merke ich, wie mein Geduldsfaden von Stunde zu Stunde kürzer wird. Der Drang, mich ins Bett zu legen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen wird so groß, dass es schwer ist, es nicht zu tun.

Wie überstehe ich solche Tage? Ganz ehrlich – ich habe immer noch kein Zaubermittel für solche Tage gefunden. Ich bin noch immer auf der Suche nach DEM Tipp. Manchmal hilft eine Tasse Kaffee, die ich ganz in Ruhe trinken kann oder auch ein Blick auf mein schlafendes Baby. Zwischendurch hilft es Yoga-Übungen oder Mandalas zu machen. Sehr selten hilft einfach nur mehr ins Bett legen und daran denken, dass es auch andere Tage gibt. Solche, an denen mein Fröschli keine Schmerzen hat und den ganzen Tag kichert und lacht. Jene Tage, an denen alles wie von Zauberhand geht und an denen man abends das Gefühl hat, dass man etwas geschafft hat.

Was hilft euch dabei solche Tage zu überstehen? Wie behaltet ihr eure Nerven und eure Energie? Wenn ihr auch öfter solche Tage habt, dann denkt daran – es gibt auch angenehmere Tage!

Die ganz große Liebe

mutterliebe

Huhu,

der Titel ist bei vielen bestimmt ein Auslöser für Augenrollen, Kopfschütteln oder Würgereiz, doch er ist anders gemeint als er klingt. Ich rede hier nicht von der romantischen ganz großen Liebe. Ich meine keinen weißen Ritter auf einem Schimmel, der angeritten kommt um die holde Maid zu retten, mit ihr in den Sonnenuntergang reitet, sie liebt und mit ihr Kinder zeugt, bis beide sterben. Nein, ich rede von der einzig wahren ewig währenden und unerschöpflichen großen Liebe – der Mutterliebe.

Ich habe nur gelächelt, als meine Mutter vor einiger Zeit einmal meinte, dass ich schon einsehen werde, dass es nur eine einzige Liebe gibt, die wirklich immer größer wird und die nie vergeht. Ich dachte, sie sei vielleicht verbittert. Versteht mich bitte nicht falsch – ich habe einen großartigen Mann an meiner Seite, den ich wirklich über alles liebe und ich wage zu behaupten, dass er der „Richtige“ ist. Doch seit ich Mutter bin, haben sich meine Prioritäten vollkommen geändert und nun gibt es jemanden in meinem Leben, den ich so sehr liebe, dass ich es nicht in Worte fassen kann.

Seit genau 6 Wochen gibt es ein kleines Wesen, welches mich vollkommen in seinen Bann gezogen hat. Schon in der ersten Sekunde wusste ich ganz genau, dass meine Mutter vollkommen recht hatte. Jetzt – nach 6 Wochen – könnte ich immer noch vor Glück und Liebe weinen, wenn er neben mir liegt und schläft. Wenn mein Fröschlein mich anlächelt, dann ist jede durchwachte Nacht vergessen.

Natürlich weiß ich, dass dieses Gefühl ein geschickter Trick der Natur ist. Das weibliche Gehirn schafft es, uns ab der ersten Sekunde perfekt darauf zu konditionieren, unsere Kinder zu beschützen und zu umsorgen. Bei jeder Berührung werden Hormone ausgeschüttet, welche die Bindung zum Kind stärken. Bei Reaktionen auf das Kind werden Glückshormone zur „Belohnung“ ausgeschüttet.

Doch seien wir ehrlich – welche Mutter interessiert, woher diese Gefühle kommen? Für mich zählt nur, dass mein Fröschlein glücklich und zufrieden ist und ich denke, dass es anderen Müttern da genauso geht.

Eure Freya