Feiertagsstress und Glückskekse

Huhu,

in letzter Zeit war es wirklich sehr still bei mir. Es gab sehr viel zu tun, ein Umzug stand an, wir hatten Besuch, die Feiertage rund um Weihnachten waren völlig ausgebucht und irgendwo dazwischen musste ich auch noch backen. Aber beginnen wir am Anfang. Wir haben es irgendwie geschafft mit einem 7 Monate (nun fast 9 Monate) alten Baby umzuziehen. Es war sehr anstrengend und stressig, aber durchaus machbar. Nun wohnen wir wieder in Wien. Home sweet home 😉 Heute montiert mein Lebensgefährte die letzten Regale und Lampen und dann sind wir vorerst fertig – zum Glück!

Zu Weihnachten waren wir bei meiner Mutter, einen Tag später bei meiner Urgroßmutter und den Tag darauf bei meinem Vater. Am 29. trudelte abends unser Besuch ein. Alles sehr stressig, aber trotz allem schön. Weihnachten war für meine Mutter wahrscheinlich viel stressiger als für mich. Mein Kleiner hat ganz viel Spielzeug vom Christkind bekommen. Sein neues Spielzeug macht sehr viel Krach und er liebt es. Allerdings finde ich den Apfel, der von „leckerem Obstsalat“ singt, schon ein wenig zynisch. Aber gut, er liebt diesen Apfel – was will man mehr?

Die Tage nach Weihnachten sind wir täglich einkaufen gegangen, damit wir über Silvester genug zu essen haben. Wir hatten ja Besuch von 3 Verwandten – da muss natürlich aufgetischt werden. Ich habe mir – wie immer – viel zu viel Stress gemacht und nun haben wir eine übervolle Gefriertruhe. Silvester hat mein kleiner Frosch einfach mal verschlafen. Er ist ungefähr 30 Minuten vor Mitternacht eingeschlafen und erst 45 Minuten nach Mitternacht aufgewacht. Es gab Fondue und Raclette. Sollten wir zu Silvester jemals wieder Besuch haben, dann würde ich viel weniger einkaufen, alles viel früher schneiden, eine zweite Gefriertruhe besorgen, nicht vergessen das Essen aufzutauen und vor allem einen größeren Tisch besorgen. Aber gut – aus Fehlern lernt man bekanntlich. Neujahrsvorsätze gibt es bisher nicht wirklich.

Zum Thema schlafen habe ich auch eine Neuigkeit. Seit der Nacht vom 31. auf den 1. schläft mein Sonnenschein tagsüber auch in seinem eigenen Bett. Er schläft dort zwar nicht ein, aber er schläft nun dort weiter, wenn man ihn hineinlegt.

Was soll das mit den Glückskeksen? Ganz einfach – zu Silvester haben wir Glückskekse gebacken. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass sie so einfach und schnell gehen. Da Glückskekse eigentlich immer verschenkbar sind und nicht unbedingt nur eine Chinarestaurant- oder Silvester-Sache sind, möchte ich euch hier das Rezept geben.

Glückskekse

ca. 12 Stück

  • 2 Eiklar
  • 40 g Staubzucker
  • 30 g zerlassene Butter
  • 40 g Mehl

Eiklar cremig schlagen, Staubzucker und zerlassene Butter untermischen, zuletzt das Mehl einrühren.  Aus der Masse jeweils 2-3 Scheiben (8 cm Durchmesser) auf ein mit Backpapier belegtes Bleck streichen. Im Rohr bei 180° C ca. 5 Minuten backen. Sehr rasch arbeiten, da der Teig nur heiß formbar ist! Kekse herausnehmen, Botschaft darauflegen, Kekse sofort über die Mitte zusammenklappen und die Enden zusammenführen. Kekse auskühlen lassen.

Eure Freya

Blätterteig-Taschen – mega schneller Snack für zwischendurch

Huhu,

wenn man mit Kind unterwegs ist, ist es gut etwas essbares für die Erwachsenen dabei zu haben. Da ich früh am Morgen selten bis nie Zeit habe mich hinzustellen und großartig Brote zu belegen, einzupacken, zu kochen oder sonstiges, muss der Proviant sehr schnell und vor allem einfach fertig werden. Ich gebe offen zu – es ist kein großartiges Rezept und schon gar keine neue Idee, doch ich habe ewig gebraucht um mich daran zu erinnern – daher teile ich diese Rezeptidee einfach mit euch. Die Rede ist von – Blätterteig-Taschen. Diese kann man – je nach Gusto mit allen möglichen und unmöglichen Dingen belegen und sie schmecken auch kalt noch sehr gut. Hierbei ist es egal ob ihr die Taschen nur mit Gemüse belegt oder auch Wurst, Fisch oder Fleisch verwendet. Es gibt sehr viele verschiedene Variationen.

Blätterteig-Taschen mit Schinken, Salami und Käse

Zutaten:

1 Packung Blätterteig

4 Blatt Schinken

4 Blatt Salami

4 Blatt Käse

Zubereitung:

  1. Ofen nach Anweisung auf dem Blätterteig aufheizen.
  2. Den Blätterteig aufrollen und in 8 Teile schneiden.
  3. Je 1 Blatt Salami, Schinken und Käse auf 4 der Blätterteig-Vierecke legen.
  4. Die übrigen Blätterteig-Vierecke auf die bereits belegten Blätterteig-Vierecke legen.
  5. Die Blätterteig-Taschen in den Ofen schieben.

Alternativ könnt ihr die Menge an Belag auch verdoppeln und die Ecken jeweils umklappen. Uns schmecken die Blätterteig-Taschen sehr gut. Ihr könnt diese auch mit Paprika und Paradeisern machen oder auch mit Faschiertem und Paradeissauce. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – Hauptsache es schmeckt!

Eure Freya

Die Reaktion nach der Impfung

Huhu,

wie der Titel schon sagt, geht es heute um die Reaktion auf die Impfung. Man weiß ja, dass das Kind fiebern kann, eventuell Durchfall bekommt und sich auf jeden Fall unwohl fühlen kann. Was mir jedoch niemand gesagt hat, ist dass mein Kleiner plötzlich Untertemperatur bekommen kann.

Als mein Baby neben mir lag und vor Kälte geschrien hat und sich nicht beruhigen ließ, dachte ich „gut, es ist kalt in der Wohnung, wir packen ihn warm ein, dann klappt das schon.“ Pustekuchen. Alle paar Minuten musste ich ihn warm anziehen und anschließend wieder ausziehen. Er war vollkommen überfordert mit der Situation, da er bisher noch nie krank war. Von 24 Stunden hat er mindestens 16 Stunden geschlafen – auch wenn man das nicht unbedingt genießen kann. 4 Tage lang hat er zwischen 38,7° und 35° gewechselt – alle 20 Minuten ungefähr.

Was macht man als Mama, welche den ganzen Tag zu Hause festsitzt? Genau, man schickt Papa mal eben in die Apotheke. Als er abends nach Hause kam wurden die Zäpfchen ausgepackt und auch sofort wieder eingepackt und weggestellt. Warum? Die Zäpfchen werden erst ab 6 Monaten empfohlen. Also habe ich den Kleinen weiterhin brav an- und ausgezogen und bin mit ihm durch die gesamte Wohnung gelaufen. Ich habe in diesen 4 Tagen – ohne Witz – einen ganzen Kilo abgenommen. Einfach nur, weil ich die ganze Zeit auf den Beinen war und nicht wirklich etwas essen konnte. Die Sorge hat dann ihr übriges dazu getan und der Hunger war auch fast nicht vorhanden.

Vor kurzem bekam er nun seine zweite Teilimpfung und erneut begann es mit Fieber und Untertemperatur. Dieses Mal ist es aber um einiges leichter gewesen. Er wechselt nicht mehr so schnell hin und her und die Temperaturen sind auch nicht mehr so extrem hoch bzw. tief. Trotz allem ist er sehr unruhig und schläft sehr viel. Er will am liebsten 24 Stunden am Tag kuscheln und bei Mama sein und wehe Mama ist nicht da, wenn er aufwacht.

Ich habe mir beim letzten Mal einige Tipps zusammengesucht, die diese Zeit um einiges erleichtert haben. Vielleicht findet ihr auch etwas darunter, wenn ihr in dieser Situation seid.

1. Alle Pyjamas waschen und griffbereit haben.

Klingt logisch und hat man eh immer? Bei uns läuft die Waschmaschine zwar täglich, aber man braucht im Normalfall keine 4 Pyjamas. Ist das Kind krank allerdings schon. Da wird gespuckt und gesabbert was das Zeug hält. Dann wird Saft verschüttet und wenn Mama isst, muss man knuddeln und da geht auch schon mal etwas von Mamas Essen daneben. Während seiner ersten Krankheitsphase war der Pyjama ständig angezogen und wurde auch dauernd gewechselt und gewaschen.

2. Saft und Tee zu Hause haben.

Gerade wenn mein Kleiner krank ist, will er unbedingt immer an irgendetwas saugen. Da er den Schnuller vehement verweigert und er gerne an etwas herum kaut, muss das Fläschchen herhalten. Wir haben mittlerweile Karotten-Frucht-Saft, Kinder-Himbeer-Tee, Kinder-Erdbeer-Tee, Bio-Bäuchlein-Tee, Fenchel-Tee und Rote-Früchte-Saft zu Hause – alles ungesüßt natürlich. Natürlich trinkt er keine 24 Stunden an der Flasche, doch wenn er gerade keinen Hunger hat, dann sind Saft und Tee eine unglaubliche Erleichterung.

3. Genug Brei und Lebensmittel zu Hause haben – oder einen Papa, der das Notwendigste besorgt.

Es gibt nichts Schlimmeres als mit einem quengelnden und kranken Kind einkaufen gehen zu müssen. Bis das Kind gewickelt, angezogen und alles notwendige gepackt ist, vergeht mindestens 1 Stunde. Dann muss ich mich auch noch 3 Stockwerke mit Kind und Tasche hinunter begeben, ab ins Auto, anschnallen. Anschnallen ist bei Fieber übrigens auch fast eine Foltermethode. Dann fährt man – wenn man Glück hat und das Baby gerade keinen Hunger hat – los und kaum ist man angekommen, kann man sicher sein, dass das Kind schläft. Also alles leise auspacken, Kind vorsichtig hochheben, in den Buggy oder Kinderwagen legen – Kind wacht auf und hat Hunger. Wieder zurück ins Auto, füttern, ab in das Transportmittel der Wahl. Dann schnell die Kleinigkeiten besorgen, ab ins Auto – erneut das Drama um das Anschnallen. Alles einpacken, nach Hause fahren – Kind schläft. Schnell alles ausräumen, Kind vorsichtig hochheben, alles 3 Stockwerke nach oben tragen. Ich habe das Glück, dass mein Mann mir sehr unter die Arme greift und ich daher nicht mehr mit krankem Kind einkaufen muss. Ich hoffe sehr, dass es euch auch so geht, denn ich kann nun aus Erfahrung sagen – es ist einfach nur furchtbar.

4. Wadenwickel

Dieses Hausmittel hilft wirklich immens. Ob mit Topfen oder nur mit Wasser – ich habe keinen Unterschied feststellen können – die Temperatur sinkt innerhalb weniger Minuten und auch wenn mein Kleiner davon nicht so begeistert ist, es geht ihm danach viel besser.

5. Lüften, lüften, lüften.

Ja, auch und vor allem in der kalten Jahreszeit. Die frische Luft ist notwendig für unsere Kleinen und hilft maßgeblich dabei, dass sie sich besser fühlen. Vorher muss natürlich darauf geachtet werden, dass sie nicht nass geschwitzt und dass sie warm angezogen sind. Ich habe ungefähr 3x täglich das Fenster für mindestens 5 Minuten offen, damit der Kleine wirklich genug frische Luft bekommt. Vor allem wenn die Heizung läuft ist die Luft so trocken, dass es ihm manchmal schwer fällt zu atmen. Kaum ist das Fenster offen, geht es ihm um einiges besser.

6. Viel Kuscheln

Mein Fröschli ist ja immer sehr kuschelbedürftig, doch wenn er krank ist wird er zu einer richtigen Klette. Er schreit und weint und meckert solange, bis er hoch genommen und gekuschelt wird. Da ist es auch egal ob Mama ihn knuddelt, Papa ihn durch die Wohnung trägt oder ob Oma sich mit ihm vor das Aquarium setzt. Hauptsache ganz viel Liebe.

7. Baden

Mein Kleiner liebt es ja zu baden. Am liebsten würde er stundenlang in der Badewanne sein und im Wasser spielen. Als seine Temperatur mal wieder recht niedrig war, habe ich ihm ein Bad eingelassen und er ist in der Badewanne fast eingeschlafen.

8. Ganz viel Ruhe

Für Mama und Baby wohlgemerkt! Wenn das Kind leidet, leidet Mama gerne mit. Da kann man keinen weiteren Stress gebrauchen, denn das Baby fordert volle Aufmerksamkeit ein. Wenn mein Kleiner krank ist, verbringen wir sehr viel Zeit im Bett. Der Kleine kann liegen und schlafen und ich kann arbeiten, schreiben, nebenher wegräumen, etc. Die Vorhänge sind meist fast ganz zugezogen und es ist leise, damit er sich ausruhen kann. Klar, man kann nicht immer den ganzen Tag im Bett bleiben, doch wenn der Kleine etwas braucht, ist alles in Bettnähe und damit griffbereit.

9. Zäpfchen

Auch wenn ich mich bisher standhaft geweigert habe, sie zu nutzen – es ist unheimlich beruhigend zu wissen, dass man sie im Haus hat, wenn man sie braucht. Bisher waren seine Reaktionen immer mit Hausmitteln in den Griff zu bekommen, aber wäre das Fieber gestiegen, hätte ich sehr wohl Zäpfchen genutzt – immerhin hat mein Kinderarzt sie mir verschrieben.

Eine kleine Ergänzung – Wir haben nun auch homöopathische Zäpfchen zu Hause. Nach der letzten Impfung hatte mein Sohn leider doch Fieber und wir haben ihm Viburcol gegeben. Diese haben das Fieber erheblich gesenkt und dazu geführt, dass er nach 2 unruhigen Nächten endlich mal besser geschlafen hat.

Das klingt vielleicht alles logisch und nach wenig, doch man kann leider – so gerne man es würde – die Reaktion auf die Impfung nur im Zaum halten und nicht vollkommen abhalten. Wenn euch noch Tipps einfallen – immer her damit. Wie reagieren eure Kleinen auf die Impfungen? Habt ihr spezielle Tipps und Tricks?

Eure Freya

Gut gemeinte Ratschläge und wie man lernt „Nein“ zu sagen

Huhu,

als Mutter (ob frischgebacken oder nicht) höre ich sehr viele – sicher gut gemeinte – Ratschläge. Zu allen Themenbereichen und von allen möglichen Menschen. Schon in der Schwangerschaft fangen viele damit an. Da kommen Tipps wie „Du darfst keinen Knoblauch und keine Zwiebeln essen“ oder auch „Ein Glas Wein schadet deinem Kind nicht – trink doch was“. Die Bandbreite reicht von absoluter Übervorsicht bis hin zu, nennen wir es einfach „Egoismus“.

Ich war mein ganzes Leben eher ein Mensch, der sich nicht so leicht von Ratschlägen beeinflussen ließ. In der Schwangerschaft haben mir jedoch die Hormone – wie vermutlich jeder Schwangeren – ziemlich übel mitgespielt und einige Ratschläge haben sich regelrecht in meine Gedanken gefressen. Ich war von Haus aus verunsichert, da ich weit weg von meiner Familie wohnte und zu allem Überdruss auch gerade ziemlichen Streit mit dieser hatte. In einer noch immer fremden Umgebung als Schwangere inmitten von gefühlten Millionen Ratschlägen, habe ich begonnen Google zu den Tipps zu befragen. Das war einerseits vermutlich das beste und andererseits das schlimmste, was ich tun konnte. Kaum war die erste Angst genommen, stolperte ich über etwas Neues und musste darüber recherchieren. Ein Teufelskreis aus dem ich nie wirklich heraus kam.

Nach einiger Zeit hatte sich dann der Streit mehr oder weniger gelöst und ich hatte auch wieder mehr familiären Rückhalt. Dadurch hatte sich meine Unsicherheit ein wenig gelöst. Dann kam unser Umzug. 3 Monate vor dem genannten Termin beschlossen wir, dass wir jetzt umziehen sollten. Ich schob also meine Kugel durch die gesamte Wohnung und begann alles einzupacken. 2 Monate vor der Geburt zogen wir dann wirklich um. Bis wir dann jedoch die richtige Wohnung hatten, dauerte es ein wenig und im letzten Monat begann ich damit, alles wieder auszupacken. In dieser Zeit hörte ich mehr gut gemeinte Ratschläge als jemals zuvor. „Überanstrenge dich nicht!“, „Mach oft Pause“, „Lass das doch alles stehen“, etc. Ihr könnt es euch bestimmt denken.

Dann – 2 Wochen zu früh – kam die Geburt. Ich dachte, dass ich viel mehr Zeit hätte – ein schwerer Fehler – und hatte noch nichts gepackt. Ich lief also mit Blasensprung durch die Wohnung, packte alles ein. Mein Lebensgefährte war verständlicherweise nervös und meine Großmutter bekam sicher einige graue Haare mehr, als ich sagte, dass ich nun auch noch schnell duschen wollte. Ja, ich weiß – mit Blasensprung sollte man sich nicht mehr bewegen. Das Problem war nur, ich wusste, dass die Geburt nicht lange dauern würde und ich im Krankenhaus keine Zeit mehr gehabt hätte. Also schnell in die Badewanne gesetzt und geduscht. Meine Mutter war bereits informiert und unterwegs ins Krankenhaus. Den Blasensprung hatte ich gegen 7:30 morgens und mein Kleiner war gegen 14 Uhr bereits da.

Nach der Geburt kamen dann erneut sehr viele Ratschläge – vor allem von den Hebammen. Mir wurden zwei Stillpositionen diktiert, welche für mein Kind und mich so gar nicht passten. Kaum hatte ich meinen Kleinen wieder hingesetzt (er isst nur im Sitzen), wurde er mir wieder anders hingesetzt. Die 3 Tage im Krankenhaus waren dadurch nicht sonderlich angenehm, da mein Kind immer nur nachts richtig gegessen hat. Kaum waren wir zu Hause fingen dann schon die nächsten Ratschläge an. „Lass dein Kind ja nicht in eurem Bett schlafen – den kriegt ihr nie mehr raus!“ oder „Wenn er Durst hat, dann gib ihm ruhig auch mal Tee“.

Als junge Mutter saß ich dann zu Hause, sah auf der einen Seite mein Verhalten und mein Bauchgefühl und auf der anderen Seite die Erfahrung und die Ratschläge anderer. Oft knickte ich ein und versuchte den Ratschlägen zu folgen. Die ältere Generation hatte schon Kinder, sie müssen es ja wissen.

Immer wenn das Thema Familienbett aufkam, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Einerseits wurde mir schon von Anfang an beigebracht, dass das Familienbett böse ist. Das Familienbett ist der Feind der Ehe, ist schlecht für die Kinder und das Sexleben und man darf es gar nicht erst so weit kommen lassen. Da war ich nun – im Familienbett. Neben mir meinen Sohn und meinen Lebensgefährten und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Ich wusste, mein Kind braucht die Nähe und doch schrie etwas in mir, dass mein Baby alleine schlafen muss. Er muss es ja doch irgendwann lernen, besser früher als später.

Noch im Wochenbett kam dann meine Schwiegermutter zu Besuch. Ich wusste, die Frage würde kommen und doch war ich nicht wirklich darauf vorbereitet. „Isst er auch etwas anderes?“ Ich schluckte. Er war noch keine 4 Monate, also stillte ich. Es gab nur zwischendurch Fenchel-Tee, wenn er zu starke Bauchschmerzen hatte. Also antwortete ich wahrheitsgemäß mit nein. Ein enttäuschter Blick und ich fühlte einen kleinen Stich. Sollte ich ihn schon anderweitig füttern? Er zeigte keinerlei Interesse an anderer Nahrung, nein, das war unsinnig und doch war da das schlechte Gewissen. Mein Wochenbett war furchtbar, all der Stress und das schlechte Gewissen fraßen mich auf. Dazu kam noch die „normale“ Angst etwas falsch zu machen. Kurzum, ich würde es nächstes Mal ganz anders machen.

Irgendwann saß ich dann bei meiner Großmutter und wir unterhielten uns – wie immer – über das Thema Kinder. Dann kam ein Satz, den ich anscheinend unbedingt hören musste. „Es ist dein Kind, DU musst wissen was du machst und wie du ihn erziehst. Immerhin kennst DU dein Kind am besten.“

Das war es. Ich saß erst einmal da und dachte darüber nach. Ja, genau so ist es. Ich bin diejenige, die ihn 24/7 bei, um und auf sich hat, die am Schreien erkennt, ob er Bauchweh oder Hunger hat, die ihn in den Schlaf wiegt und kuschelt. Ich bin nicht nur die Futterquelle oder der Kuschelteddy – ich bin seine Mutter und es ist meine Pflicht für mein Kind die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Nach diesem Satz begann ich, noch einmal über alles nachzudenken. Wollte ich ihn zwischendurch mit Tee füttern? Nein, also weg damit. Wollte ich ihn zwingen in sein Bett zu wandern? Nein, auf jeden Fall noch nicht jetzt. Also blieb er in unserem Bett.

Ich hatte angefangen meine Meinung zu vertreten und auch zu verteidigen. Zuvor hatte ich auf die Frage „Schläft er schon alleine?“ immer kleinlaut geantwortet „Nein, aber ich lege ihn tagsüber immer wieder in sein Bett und manchmal schläft er auch dort.“ Dann kam immer dieser Blick, der mir sagte, dass ich mich nicht genug anstrengte und dass es nicht gut genug war. Danach sagte ich einfach nur „Nein, aber offensichtlich braucht er die Nähe noch. Kinder gehen irgendwann von selbst in ihre eigenen Betten.“ Der Blick kam immer noch, aber das schlechte Gewissen wurde immer weniger.

In manchen Punkten ertappe ich mich immer noch dabei, wie ich nachgeben will. Mein Fröschli hat bereits mit 3 Monaten alles was in meinem Mund landete fasziniert beobachtet und ganz eindeutig gezeigt, dass er das auch essen will. Damals hieß es schon „Na, dann kannst du ja schon mit Beikost anfangen.“ Ich wollte aber mindestens 6 Monate stillen. Also schloss ich einen Kompromiss mit mir selbst und gab ihm mit 4 Monaten das erste Mal Apfel-Bananen-Brei. Im Nachhinein betrachtet war das nicht die beste Wahl, denn Bananen stopfen leider ziemlich und eigentlich will ich auch noch nicht abstillen. Da mein Kleiner jedoch immer noch alles essen will, was Mama und Papa essen, hätte ich sowieso bald mit Beikost angefangen. Ich habe für mich jedoch festgestellt, dass ich es sehr langsam angehen möchte.

Wie lernt man also „Nein“ zu sagen? Jeder wird wahrscheinlich auf seine eigene Art und Weise diese „Mini-Erleuchtung“ haben oder bekommen. Vielleicht brauchen manche sie aber auch gar nicht und setzen von Anfang an ihren Willen durch. Ich denke, das Wissen, dass man selbst es am besten weiß, gibt fast jedem genug Selbstvertrauen um seine Ansichten einfach durchzusetzen.

Versteht mich nicht falsch – ich will niemanden dazu auffordern alle Ratschläge zu ignorieren oder immer auf die Richtigkeit der eigenen Meinung zu pochen. Es sind auch nicht alle Ratschläge schlecht – ganz im Gegenteil! Ich möchte nur, dass ihr überlegt, ob ihr das für euer Kind macht oder für jemand anderen. Wenn ihr es nämlich nicht als richtig und gut empfindet, dann lasst es bleiben. Das allerwichtigste ist euer Bauchgefühl. Ihr kennt euer Kind am besten und daher wisst ihr auch was das Beste für euer Kind ist – lasst euch also nichts anderes einreden!

Wie geht ihr mit gut gemeinten Ratschlägen um? Befolgt ihr alle Ratschläge der älteren Generation? Hattet ihr auch schon Situationen, in denen euch das Gefühl gegeben wurde, ihr würdet eine schlechte Entscheidung treffen?

Eure Freya

Vom einsam sein und fallenden Decken

Huhu,

heute widme ich einem Thema, welches viele frischgebackene Mütter betrifft: Einsamkeit. Viele haben eine tolle Familie, einen Partner, Freunde und alle haben natürlich ihr Kind. Doch seien wir ehrlich – wir sehnen uns danach, uns mit anderen Müttern in der selben Situation auszutauschen. Der Partner kommt in vielen Fällen erst spät nach Hause, die Familie und Freunde kann/will man nicht immer besuchen. Meist sind weit und breit keine frischgebackenen Eltern zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich manchmal auch recht einsam. Ich lebe ca. 100 km von allen Verwandten und Freunden entfernt. Mein Wohnort ist ein typisches kleines Dörfchen (auch liebevoll Kaff genannt), in dem fast nichts los ist. Frischgebackene Eltern habe ich hier noch nie gesehen. Zu Fuß ist nichts erreichbar, Bus und Zug fahren nur sehr unregelmäßig und selten. Da ist es nicht einfach, Kontakte zu knüpfen.

Ich überflute mich daher mit Arbeit um mich abzulenken. Der richtige Weg ist das bestimmt nicht, doch da wir sowieso in naher Zukunft umziehen wollen, ist es für mich eine akzeptable Übergangslösung. Ich arbeite immer noch 15 Stunden die Woche nebenher, putze, koche, backe, helfe meiner Schwiegermutter, unterstütze meinen Lebensgefährten und bald werde ich auch noch einen weiteren ehrenamtlichen Nebenjob machen.

Viel Zeit bleibt nicht für Einsamkeit. Einige Freunde und Bekannte habe ich bis heute nicht besucht, da sie einfach nur an Wochenenden Zeit haben. An denen möchte ich jedoch Zeit mit meinem Partner verbringen. Wenn der Lebensgefährte täglich 12 Stunden unterwegs ist und weitere 8 Stunden schläft, dann bleibt leider nicht viel Zeit füreinander.

Immer wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen droht, dann suche ich mir etwas, was ich früher gerne als Ausgleich gemacht habe. Ich spiele ein Spiel, male Mandalas, singe, lese, was auch immer mir gerade Spaß macht. Danach fühle ich mich viel besser und die Einsamkeit ist verschwunden. Oft reicht auch ein Lächeln meines Kindes um die Einsamkeit zu vertreiben. Wie kann man auch wirklich und wahrhaftig einsam sein, wenn man so ein wundervolles, süßes und unschuldiges Geschöpf um sich hat? Ein Wesen, dass ohne Bedingung liebt und dies durch seine Taten immer wieder äußert?

Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich mit meinem Kleinen einen Baby-Schwimm-Kurs besuchen werde, denn er liebt es, im Wasser zu planschen. Ich bin zuversichtlich, dass sich dort jemand finden wird, mit dem man ins Gespräch kommen kann und vielleicht ist auch jemand dabei, mit dem sich eine Freundschaft entwickeln kann.

Jedem der sich einsam fühlt kann ich nur raten, geht raus und unternehmt etwas dagegen. Nein, ihr sollt euren Terminkalender nicht vollstopfen bis oben hin und euer Kind mitschleppen. Das ermüdet nur. Sucht euch etwas aus, was euch und eurem Kind Spaß macht. Probiert etwas Neues aus und wenn es nicht das Richtige für euch ist – geht wieder. Wenn ihr euch in einer Gruppe unwohl fühlt (weil die Aktivität oder die Leute nicht das Richtige für euch sind) – dann geht. Verzweifelt nicht, nur weil es beim ersten Mal nicht gleich geklappt hat. Bleibt einfach offen und ihr werdet etwas finden. Es gibt da draußen so viele Eltern, die genauso empfinden wie ihr gerade. Ihr müsst sie nur finden!

Fühlt ihr euch auch manchmal einsam? Fällt euch auch zwischendurch die Decke auf den Kopf? Sehnt ihr euch nach „Single“-Aktivitäten? Wie werdet ihr diese Gefühle los? Was unternehmt ihr aktiv dagegen?

Eure Freya

Die Sache mit Liebesfilmen

Liebesfilme

Huhu,

wie wohl die meisten Frauen, habe auch ich Phasen, in denen ich mir gerne Liebesfilme ansehe. Aber nicht irgendwelche Filme, nein. Dann will ich diese unglaublich herzzereißenden, kitschigen Filme sehen – gerne auch ohne Happy End. Klingt seltsam? Ist es vermutlich auch.

Einer meiner Lieblingsfilme bisher ist und war „P.S. Ich liebe dich“. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Film bereits gesehen habe und jedes Mal aufs Neue muss ich weinen als gäbe es kein Morgen mehr.

Der Film beginnt mit einem klassischen Streit zwischen Ehepartnern. Kurz darauf stirbt der Mann. Holly (die Ehefrau) ist am Boden zerstört. Er hinterlässt 12 Briefe für sie, welche Aufgaben für Holly enthalten. Zuerst erfüllt sie diese nur mit Widerwillen, doch nach und nach findet sie Gefallen daran, denn dadurch fühlt sie sich ihm näher. Der letzte Brief – bzw. eher ein bestimmter Satz darin – hat mich bisher immer wieder zum Weinen gebracht. Allein beim Gedanken daran, kommen mir die Tränen.

Mein zweiter Favorit ist „Geliebte Jane“. Dieser Film handelt vom Leben der Jane Austen. Jane Austen hat im 18. Jahrhundert gelebt. Ihre Familie wollte, dass sie einen reichen Mann heiratet, doch sie hat abgelehnt – sehr zum Entsetzen ihrer Familie. Jane lernt einen Mann namens Tom kennen. Dieser ist angehender Jurist und kritisiert ihre literarischen Werke sehr. Nach einiger Zeit und vielen Sticheleien verlieben sie sich ineinander.

Ich höre an dieser Stelle auf, um nicht zu viel zu verraten. Der Film ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen und auch hier habe ich ziemlich viel geweint.

Heute habe ich mich spontan dazu entschieden einen erneuten Liebesfilm-Tag einzulegen. Meine Wahl fiel unter anderem auf „Ein ganzes halbes Jahr“. Ich muss sagen, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war, doch der Film hat mich wirklich überzeugt.

Es geht um ein Mädchen namens Louisa – kurz Lou genannt – welches seinen Job in einem Cafe verliert und anschließend eine Stelle als Pflegerin annimmt. Die ihr anvertraute Person ist ein reicher junger Mann, der für immer an den Rollstuhl gefesselt ist und sein Leben bereits aufgegeben hat. Durch ihre offene Art gewinnt sie nach und nach sein Herz und er legt seine bittere Art ab. Wie es in jedem Liebesfilm so ist, verlieben sich die beiden ineinander. Lou erfährt durch Zufall, dass er vorhat in die Schweiz zu gehen, um dort sein Leben zu beenden. Fortan versucht sie alles, damit er die schönen Seiten des Lebens sieht und sich doch noch umentscheidet.

Auch bei diesem Film kamen mir die Tränen. Nicht so sehr wie bei „P.S. Ich liebe dich“, doch das ist auch nur schwer möglich. Dieser eine Satz hat bereits viele Frauen und Mädchen zum Weinen gebracht. Jeder dieser Filme hat etwas für sich. Ich habe bereits viele Liebesfilme gesehen, doch am Besten fand ich jene, die so starke Gefühle in mir hervor gerufen haben, dass ich die Tränen einfach nicht unterdrücken konnte.

Natürlich gibt es da noch meine geliebten Klassiker wie „Dirty Dancing“ oder „Grease“. Doch an Tagen wie heute, wo mich die Sehnsucht nach herzzerreißenden Liebesszenen überkommt, welche mich noch Wochen nachher zum Weinen bringen könnten, sind die beiden definitiv nicht das Richtige.

Bevor jemand sagt „es gibt aber auch noch Pretty Woman und ganz viele andere richtige Klassiker.“ Oh ja, die gibt es. „Pretty Woman“ habe ich ebenfalls bereits gesehen. Doch im Gegensatz zu meiner Mutter, fand ich den Film zwar toll, doch nicht wirklich mitreißend. Auch „Ghost – Nachricht von Sam“ war unglaublich toll. Doch für diese typischen „Herzschmerz-Tage“, an denen ich Schokolade, Eis, Kaffee und Tee brauche, sind diese Filme leider nicht so gut geeignet.

Welche Liebesfilme seht ihr euch gerne an? Bevorzugt ihr Filme mit Happy End?

Eure Freya

Tage wie dieser oder Familienmanagement

Huhu,

heute war wieder einmal einer dieser Tage, den wohl jede Mutter kennt. Ein Tag an dem man sich fühlt, als müsste man sich zerteilen um ja allen gerecht werden zu können. Das Baby schreit, man hat Hunger, man kommt kaum zur Ruhe und je später es wird, desto schlimmer wird es.

Mein Kleiner zahnt und leidet dabei fürchterlich. Am liebsten würde er 24/7 mit mir kuscheln. Der Haushalt bleibt dabei natürlich ziemlich oft auf der Strecke. Dass mein Fröschli jedoch tagsüber nicht mehr länger als 1 Stunde am Stück schläft, macht die Sache nicht unbedingt leichter.

Am liebsten würde ich die Zeit nur dazu nutzen, um meine Energie wieder aufzufüllen. Leider ist das nicht möglich, wenn man nicht alleine lebt. Kaum ist das Baby eingeschlafen, ruft der Abwasch, die Wäsche, der Besen, etc. Ihr kennt das bestimmt.

Wenn ein kleiner Teil so leise wie möglich erledigt worden ist, dann wacht das Baby wieder auf. Also zum Baby hin, kuscheln, füttern, beschäftigen und versuchen, es zum einschlafen zu bewegen. Nach mindestens 1-2 Stunden schläft der Kleine dann endlich. Also ab ins Bett mit ihm und darauf achten, ihn ja nicht aufzuwecken. Oft klappt das natürlich nicht und der Spuk beginnt von vorne.

Gegen 14 Uhr sind meistens maximal 3-4 Aufgaben erledigt und der Hunger macht sich breit. Also ab in die Küche und nur schnell irgendetwas zu Essen machen – leise versteht sich, damit das Baby nicht aufwacht. Alleine essen gibt es für mich nicht mehr. Sobald mein Fröschli etwas Essbares riecht, hat er auch Hunger. Also ab zum Tisch, Baby füttern und gleichzeitig essen.

Alles in allem – ein sehr anstrengender Tag. An solchen Tagen merke ich, wie mein Geduldsfaden von Stunde zu Stunde kürzer wird. Der Drang, mich ins Bett zu legen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen wird so groß, dass es schwer ist, es nicht zu tun.

Wie überstehe ich solche Tage? Ganz ehrlich – ich habe immer noch kein Zaubermittel für solche Tage gefunden. Ich bin noch immer auf der Suche nach DEM Tipp. Manchmal hilft eine Tasse Kaffee, die ich ganz in Ruhe trinken kann oder auch ein Blick auf mein schlafendes Baby. Zwischendurch hilft es Yoga-Übungen oder Mandalas zu machen. Sehr selten hilft einfach nur mehr ins Bett legen und daran denken, dass es auch andere Tage gibt. Solche, an denen mein Fröschli keine Schmerzen hat und den ganzen Tag kichert und lacht. Jene Tage, an denen alles wie von Zauberhand geht und an denen man abends das Gefühl hat, dass man etwas geschafft hat.

Was hilft euch dabei solche Tage zu überstehen? Wie behaltet ihr eure Nerven und eure Energie? Wenn ihr auch öfter solche Tage habt, dann denkt daran – es gibt auch angenehmere Tage!

Lass ihn ruhig schreien

Huhu,

 

diesen Satz hört wohl jede Mutter mindestens einmal in ihrem Leben. „Lass ihn ruhig schreien“ hat öfter auch Nachsätze wie „meinen Kindern hat es auch nicht geschadet“, „du bist zu überfürsorglich“ oder auch „das stärkt die Lungen“.

Sofort macht sich in der betroffenen Mutter eine Urangst breit. Mache ich etwas falsch? Bin ich wirklich zu überfürsorglich? Sollte ich ihn öfter schreien lassen? Verwöhne ich mein Kind zu sehr?

Die Antwort lautet in diesem Fall immer und ganz klar – Nein!!! Es ist nicht gesund sein Kind schreien zu lassen. Es gibt heutzutage genügend Studien die belegen, dass Babys nicht aus Boshaftigkeit schreien, sondern aus einem dringenden Bedürfnis heraus, welches befriedigt werden möchte und auch sollte.

Dein Baby schreit? Dann hat es vielleicht Hunger, Schmerzen oder braucht gerade Nähe. Diese Bedürfnisse sind nicht nur für Babys wichtig – Erwachsene haben sie auch. Babys können ihre Bedürfnisse nur durch Schreien äußern, doch das macht sie nicht unwichtiger oder gar bösartiger.

Bei vielen Erwachsenen bekommt man manchmal das Gefühl, dass sie meinen, die Babys würden nur schreien um sie zu ärgern. „Er schreit heute schon den ganzen Tag, er kann nicht schon wieder etwas brauchen.“ Doch, natürlich. Vielleicht hat das Baby gerade eine Phase, in der es sich weiterentwickelt und daher noch mehr Nähe braucht als sonst. Möglicherweise geht es ihm aber auch gerade einfach nicht gut oder er hat sich erschreckt.

Ich denke, wir müssen anfangen Parallelen zu ziehen – zwischen uns und unseren Kindern. Wenn wir Hunger haben, dann wollen wir auch nicht ewig warten, bis wir etwas essen können oder dürfen. Brauchen wir Nähe, so sind wir froh, wenn wir jemanden haben, mit dem wir reden können und der uns vielleicht sogar in den Arm nimmt.

Sind diese Bedürfnisse dazu da um jemanden zu ärgern? Nein, natürlich nicht. Sie sind dazu da uns zu beschützen und um uns beschützt zu fühlen. So geht es auch unseren Babys. Kein Baby schreit, weil es Spaß daran hat. Sie brauchen uns. Schreien ist ihre einzige Möglichkeit sich uns mitzuteilen.

Wenn wir nach jemandem rufen und der andere reagiert nicht, wie fühlen wir uns dann? Genau – schlecht. Wir fühlen uns ignoriert und im schlimmsten Fall sogar zurückgewiesen, unwichtig oder ungeliebt. Irgendwann hören wir auf zu rufen. Ist es bei unseren Kindern und Babys erst einmal so weit, dann nicht, weil sie denken „Oh, Mama oder Papa haben gerade keine Zeit, ich warte jetzt“, sondern weil sie Angst haben. Sie denken, sie sind alleine und müssen still sein, damit keine wilden Tiere sie fressen. Unsere Kinder wissen nicht, dass unsere Wohnungen und Häuser sicher sind. Sie fühlen sich nur dann sicher, wenn jemand bei ihnen ist und ich sehe es als meine Pflicht an, meinem Sohn diese Sicherheit zu geben.

Die Wissenschaft hat so viele Fortschritte gemacht und trotz allem halten sich einige Ammenmärchen und „Weisheiten“ bis in die heutige Zeit. Die Aussage „es schadet nicht, wenn er auch mal schreit“ ist leider falsch. Nein, wenn das Kind zwischendurch 1-2 Minuten schreit, weil man gerade unter der Dusche oder am Klo ist, dann ist das natürlich nicht schädlich. Es geht mir um das ständige lange anhaltende Schreien lassen. Vor allem die älteren Generationen haben ihre Kinder zwischendurch schreien lassen, bis diese eingeschlafen sind. Ich möchte hier keine böse Absicht unterstellen oder behaupten, dass alle dies so gemacht hätten – nichts läge mir ferner. Doch Kinder die sich in den Schlaf schreien „müssen“, tragen laut heutigen Erkenntnissen leider sehr wohl Schäden davon und ich möchte hier mit diesem Ammenmärchen aufräumen.

Sollte also nächstes Mal jemand zu mir sagen, dass ich überfürsorglich sei, kann ich dies mit ruhigem Gewissen verneinen und mich darum kümmern, dass mein Kind alles bekommt was es braucht. Ich hoffe sehr, dass auch ihr euch nicht verunsichern lasst. Ich bin mir sicher, ihr werdet euren Weg finden.

Eure Freya

Dienstagsübung Nummer 1

Huhu,

ich habe letztes Jahr einen Blog gefunden, der mich interessiert hat und im dazugehörigen Forum gibt es etwas namens „Dienstagsübung“. Hier wird eine Aufgabe mit Rahmenbedingungen gestellt und wer sich daran versuchen möchte, kann diese Übungen anschließend ins Forum stellen. Ich dachte, ich teile die (recht schlechten) Übungen mit euch. Kritik finde ich immer gut 😉

Hier der Link zur Übung

Eva stand vor dem Spiegel und trug ihren roten Lippenstift auf. Gleich kommt er vorbei, oh Gott, habe ich wirklich alles aufgeräumt? Ist der Sekt im Kühlschrank? Ob ihm mein Outfit gefallen wird? Sie betrachtete sich erneut im Spiegel – sie trug ein hautenges kurzes schwarzes Kleid und schwarze Stöckelschuhe. Ihr braunes Haar hatte sie halb hochgesteckt und zwei Strähnen hingen gekonnt auf jeder Seite ihres Gesichtes herab. Ihre Wimpern wirkten durch den schwarzen Mascara lang und dicht. Ihre vollen Lippen wurden durch den roten Lippenstift betont und durch das Rouge wirkten ihre Wangen, als ob sie dauerhaft leicht errötet wäre. Sie machte einen letzten Rundgang durch die Wohnung und warf einen Blick in den Kühlschrank. Alles war perfekt. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass er bereits 5 Minuten zu spät war. Ihre Nervosität stieg und sie warf einen Blick durch den Türspion. Nein, auch vor der Tür war niemand. Ihr Handy klingelte und informierte sie darüber, dass sie eine neue Nachricht hatte.

„Hi Süße, es tut mir unendlich leid, doch ich muss unseren gemeinsamen Abend leider verschieben. Ich muss heute länger arbeiten und es wäre schade, wenn du auf mich warten müsstest. Mach dir einen schönen Abend, ich melde mich morgen bei dir. Ich liebe dich.“

Tränen stiegen ihr in die Augen. Unglaublich, er hatte es schon wieder getan! Das war bereits das zweite Mal in Folge, dass er sie versetzt hatte. Und nun? Sie hatte sich geschminkt und hübsch angezogen, es wäre eine Verschwendung, wenn sie nun einfach ins Bett gehen würde. Also nahm sie ihre Handtasche, kramte ihren Schlüssel heraus und ging in das Partyviertel der Stadt. Aus reiner Gewohnheit ging Eva in Sebastians Lieblingslokal. Sie setzte sich an die Bar und es dauerte keine fünf Minuten, bis sie angesprochen wurde. Innerlich machte sie sich bereit, dem Mann einen Laufpass zu geben, doch irgendetwas hielt sie davon ab. Sie lächelte den Mann an und ließ sich ein paar Cocktails spendieren. Die Unterhaltung lief wunderbar und schon bald merkte Eva, dass sie genau das brauchte. Einen Abend mit einer Person mit der sie einfach nur reden konnte. Der Mann wollte aufbrechen und fragte sie, ob er sie nach Hause bringen durfte. „Es tut mir wirklich leid, aber ich würde gerne noch ein wenig hier bleiben. Ich brauche heute einen angenehmen Abend mit ein wenig Ablenkung. Doch keine Ablenkung der Art, die du mir gerade angeboten hast. Eine nette Unterhaltung ist das, was ich momentan suche.“ Der Mann war sichtlich geknickt, doch Eva war nicht der Typ Frau, der wegen zwei Absagen fremd ging. Er liebt mich und ich liebe ihn. Das ist nur eine kurzfristige Phase .. hoffe ich. Also blieb sie wo sie war und trank noch einige Cocktails.

Je später der Abend wurde, desto aufdringlicher und betrunkener wurden die Männer, also beschloss sie, dass es nun an der Zeit war, nach Hause zu gehen. Als sie gerade aufstand, meinte sie, Sebastian zu sehen. Das war zwar unmöglich, doch ihre Neugier überwiegte. Sie bewegte sich langsam in die Richtung in der sie ihn vermeintlich gesehen hatte. Was sie sah, war ihr Stammtisch. An diesem Stammtisch saß Sebastian mit einer anderen Frau und flirtete was das Zeug hält. Wie gebannt sah sie zu, als Sebastian sich zu dieser Frau beugte und sie küsste. Plötzlich war ihr alles klar. Sie ging auf die Beiden zu und wartete, bis der Kuss beendet war und Sebastian sie sah. Sein Blick sagte mehr als tausend Worte. „Ich kam hierher, weil ich nach deiner Absage ein wenig Ablenkung brauchte. Wie ich sehe, hast du wirklich viel Arbeit und kannst mir wohl auch nicht sagen, wann du Feierabend hast. Du musst dich morgen nicht melden. Am Besten meldest du dich gar nicht mehr.“ Eva drehte sich zu der Frau am Tisch um und sah ihr direkt in die Augen. „Ich weiß nicht, ob Sie wissen, dass er gerne zweigleisig fährt, wenn nicht – ich war bis gerade eben seine Freundin. Wenn es Sie nicht stört, dann wünsche ich Ihnen alles Glück der Welt. Falls doch – naja, Sie werden selbst am Besten wissen, was gut für Sie ist.“ Damit drehte sie sich um und verließ das Lokal. Auf dem Weg nach Hause wurde ihr klar, dass sie wieder allein war. Tränen liefen in Strömen über ihre Wangen, doch sie war froh. Froh, dass sie nicht Jahre an diesen Mann verschwendet hatte, der ihr nur Leid und Kummer gebracht hätte. Sie rang sich ein Lächeln ab, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und beschloss, sich nicht von einem scheinheiligen Idioten wie Sebastian die Laune verderben zu lassen.

Eure Freya

Das (leidige) Thema Schlaf

Huhu,

unser Sohn ist ja nun schon 10 Wochen alt und das Thema Schlaf ist und war bisher ein riesiges Thema. Die erste Nacht hat er ganz brav in seinem Bett geschlafen und zwar 8 Stunden am Stück. Dummerweise hatte er dann Blähungen, wodurch er nicht mehr ganz so lange geschlafen hat. Doch er schlief weiterhin ohne Probleme brav in seinem Bettchen.

Im Krankenhaus habe ich mir das Zimmer mit einer anderen Mama geteilt, die schon ein Kind hatte. Ein seeeeehr aufgewecktes Mädchen, welches das Bedürfnis hatte mit dem Kinderbett ihres Bruders durch die Gegend zu fahren. Ihr könnt euch bestimmt denken, wohin das geführt hat. Genau – sie ist prompt mehrmals mit dem Kinderbett gegen das Bett meines Kindes gefahren. Unser Kleiner lag recht gut in seinem Bettchen und ist auch nicht aufgewacht, also halb so schlimm – dachte ich.

In der Nacht hatte er erneut Blähungen und ich musste für 5 Minuten ins Bad – Zeit genug für meinen Kleinen, um aufzuwachen und zu schreien. Meine Zimmernachbarin ging dann zu seinem Bettchen und seit dieser Nacht schläft er nicht mehr alleine. Sobald er in sein Bettchen gelegt wird, fängt er an zu schreien und lässt sich durch nichts anderes beruhigen, als Mamas Arme.

Ich vermute mal, dass mein Fröschli unbewusst sehr wohl mitbekommen hat, dass etwas mit seinem Bett kollidiert ist. Als dann auch noch jemand Fremder vor seinem Bett stand, als er wegen der Blähungen geweint hat, muss er sich wohl so unsicher gefühlt haben, dass er ab dem Zeitpunkt das Bett als „schlechten Ort“ empfunden hat.

Ich muss dazu sagen – ich war bisher eher ein Gegner von Familienbetten und wollte meinen Sohn von Anfang an in seinem eigenen Bettchen schlafen lassen. Doch ganz egal wie oft ich ihn in sein Bett gelegt habe, er fing an zu weinen und steigerte sich in einen Heulkrampf, nach dem er nicht mehr richtig einschlafen wollte. Also haben mein Lebensgefährte und ich den Kleinen bisher jede Nacht in unserem Bett gehabt. In seiner Wippe hat er jedoch bereits stundenlang geschlafen – natürlich nur unter Beobachtung.

Ich habe immer wieder – erfolglos – versucht, unser kleines Fröschli in eines seiner Gitterbetten zu legen und heute hat es, wie durch ein Wunder, zum ersten Mal kein Geschrei gegeben. Er hat bereits 2x in seinem Bettchen geschlafen heute und ich hoffe sehr, dass er auch nächstes Mal wieder darin einschläft, damit er bald auch sein eigenes Zimmer benutzen kann.

Anfangs hat mein kleines Fröschli nur ganz eng an Mama gekuschelt geschlafen. Sobald ich aufgestanden bin, war er wach und hat geweint. Nach und nach konnte ich ihn immer ein wenig weiter weg legen und er hat brav weiter geschlafen. Mittlerweile kann er auch alleine in unserem 2,10 m x 1,80 m Bett schlafen (abgesichert durch Decken und in der Mitte des Bettes liegend). Sein Reisegitterbett steht in unserem Wohn-/Arbeitszimmer direkt neben mir, damit er auch lernt, dass er in seinem eigenen Bettchen schlafen kann und Mama nicht weit weg ist. Seit heute klappt dies – zu unser aller Freude – auch schon ganz gut.

Ich vermute, dass die Zeit im Krankenhaus uns beide sehr gestresst hat. Vermutlich so sehr, dass unser Fröschli erst Zeit und sehr viel Nähe brauchte, um sich an das Schlafen im eigenen Bett gewöhnen zu können.

Einerseits freue ich mich schon, wenn ich wieder ruhig schlafen kann, denn mit Baby im Bett bewege ich mich fast gar nicht und habe morgens sehr oft einen steifen Rücken oder eine eingeschlafene Hüftmuskulatur. Doch andererseits werde ich es wahrscheinlich sehr vermissen so eng an mein Baby gekuschelt einschlafen zu können und morgens mit seinem wunderbaren Lächeln aufzuwachen.

Ganz egal, welche Schlafsituation ihr momentan noch habt und ganz egal wie verzweifelt ihr seid, weil ihr zu wenig Schlaf bekommt oder euer Baby nicht alleine schläft – Kinder wollen irgendwann selbstständig werden. Wenn euer Kind dazu bereit ist, dann wird es auch alleine schlafen. Jedes Kind ist anders und hat einen ganz eigenen Entwicklungsrhytmus – das wird schon.

Eure Freya