Kategorie: Familie (Seite 1 von 3)

Grünes Licht für Baby Nummer 2

Baby

Huhu,

gestern habe ich großartige Neuigkeiten erhalten. Wir haben das offizielle Go von meinem Frauenarzt, dass wir wieder versuchen dürfen schwanger zu werden!

Die Blutungen nach meiner Fehlgeburt dauerten sehr lange an. Erst kurz vor Silvester hörten diese endlich auf. Einen Tag darauf spürte ich ein Ziehen im Unterleib und wusste, meine Periode setzt bald ein. Also schob ich die Untersuchung noch ein wenig vor mir her. Da aber einige Personen in meiner Umgebung immer wieder nachfragten, konnte ich mich nun endlich doch dazu aufraffen die Untersuchung durchführen zu lassen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig Angst davor hatte. Es stand immer noch im Raum, dass ich eventuell eine Ausschabung machen lassen muss. Dafür wäre ich dann 3 Tage lang im Krankenhaus. So lange war ich allerdings noch nie weg und ich bezweifle stark, dass mein Kleiner 3 Tage ohne stillen aushalten würde. Zu meinem Glück, hätte mein Gynäkologe sowieso von einer Ausschabung abgeraten. Im Krankenhaus hieß es ja, das wäre eigentlich die einzige Lösung.

Laut meinem Gynäkologen dürfen wir also nun endlich wieder versuchen schwanger zu werden. Das heißt ab sofort wird wieder Folsäure gekauft und wir werden fleißig üben 😉 Ich hoffe ja, dass es nicht allzu lange dauern wird, doch mir wurde gesagt, dass es erst dann klappen wird, wenn mein Körper wirklich wieder dazu bereit ist. Mal sehen wie lange das dauern wird. Drückt uns bitte die Daumen, dass es bald klappt und es dieses Mal keinen Unfall geben wird! In der Zwischenzeit werde ich wohl noch ein wenig ausmisten, damit wir für Baby Nummer 2 auch genug Platz haben. Ein paar Dinge werden wir vorher auch noch besorgen, damit wir unseren Kleinen darauf vorbereiten können ein großer Bruder zu werden. Ich bin auf jeden Fall furchtbar erleichtert und guter Dinge. Baby Nummer 2 kann kommen 😉

Eure Freya

Zwischen Beziehung und Dressur

Huhu,

heute möchte ich einfach nur meine Gedanken mit euch teilen. Ich habe bereits einige Male darüber geschrieben, dass ich in Sachen Erziehung viele Dinge anders mache als ursprünglich von mir angenommen. Ich dachte früher, ich würde mein Kind so erziehen, wie man mich erzogen hat. Mein Kind sollte Respekt lernen, gehorchen und die richtigen Werte übernehmen. Und dann kam unser Kleiner auf die Welt und alles hatte sich geändert. Ich merkte, dass es für mich unmöglich war, ihn so zu behandeln, wie man mich behandelt hatte. Wie sollte ich dieses unschuldige Wesen einfach schreien lassen? Warum sollte ich dafür sorgen, dass er ab einem von mir festgelegten Zeitpunkt Brei isst, obwohl er ihn ganz eindeutig verabscheut? Ich machte mir viele Gedanken darüber und stellte fest, dass ich mein Kind nicht so erziehen wollte. Ich wollte eine echte Beziehung zu meinem Kind und keine allmächtige Position, der sich mein Sohn beugen muss.

Ich fand den Begriff Attachment Parenting und begriff nach einiger Recherche, dass ich in einigen Fällen schon so handelte, wie auf vielen Blogs beschrieben. Irgendwann landete ich dann bei dem Begriff „Unerzogen“. Ursprünglich schüttelte ich den Kopf, verwarf jeden Gedanken daran und machte weiter wie zuvor. Nachdem mich der Begriff aber plötzlich dauernd und von überall her ansprang, recherchierte ich doch ein wenig. Ich war immer noch nicht überzeugt doch irgendetwas ließ mich nicht mehr los. Der Satz Beziehung statt Erziehung klang einleuchtend.

Der Gedanke, dass Erziehung Gewalt ist war mir auch schon gekommen. Niemand wird gerne erpresst, angeschrien oder manipuliert. Bei unseren Kindern sind diese Mittel jedoch Gang und Gäbe – warum? Wenn ich mich mit anderen über das Thema unterhielt, wurde ich für verrückt erklärt. Wieder so eine unsinnige Idee von mir, welche nicht umsetzbar ist. Allein der Gedanke daran, dass Erziehung falsch sein könnte war für 90% meiner Gesprächspartner vollkommen abwegig. Eine Beziehung hat man doch auch mit Erziehung. Was sollte man denn sonst tun? Das Kind kann ja nicht machen was es will! Wo kämen wir denn da hin?Ja wohin eigentlich? Wo wollen wir denn hin? Wünschen wir uns nicht alle eine Zukunft in der Erwachsene sich großzügig und selbstbewusst verhalten? Wollen wir nicht alle, dass unsere Kinder glücklich sind? Wie soll das gehen, wenn wir unsere Kinder dressieren wie Hunde? Welcher Platz bleibt für die Beziehung zu unserem Kind, wenn wir uns verhalten wie Diktatoren? Wir geben Befehle und erwarten, dass unsere Kinder gehorchen – Willkommen in der Hundedressur!

Nein danke. Und wie kommen wir nun zu einem anderen Weg? Wie schaffen wir es, unsere Kinder wie Menschen zu behandeln? Sie so zu behandeln, wie sie es verdient haben? Gute Frage. Ehrlich gesagt arbeite ich noch daran. Auch ich schreie manchmal. Oft habe ich den Drang, ihm einfach etwas wegzunehmen oder ihn wegzutragen. Jedes Mal aufs Neue muss ich mich daran erinnern, dass ich das nicht tun will. Ich arbeite daran meine Gefühle wieder zu spüren. Zu spüren, was ich brauche und was mir gut tut. Ich lerne endlich Nein zu sagen und auch mal zwei Meinungen nebeneinander stehen zu lassen. All das ist schwer und oft gibt es Rückschläge. Doch wenn ich mir vor Augen halte, wie viel besser es unseren Kindern in Zukunft gehen könnte, ist diese Arbeit einfach.

Wir können die Zukunft heute mitgestalten. Wir sind dafür verantwortlich, wie wir mit unseren Kindern umgehen und welche Werte wir ihnen vermitteln. Entscheiden wir uns dazu unsere Kinder ernst zu nehmen und neue Lösungen zu finden. Vielleicht kann man ja in der Badewanne Zähne putzen. Eventuell ist das Gitterbett der ideale Ort um neben Mama zu turnen und zu spielen, während sie schnell den Haushalt erledigt. Es gibt so viel mehr Lösungen, wenn wir aufhören Befehle zu geben und Gehorsam erwarten. Wir haben Kinder, keine Erwachsenen und diese Kinder sind nicht dazu verpflichtet uns zu gefallen. Wir sind dazu verpflichtet für sie da zu sein. Wir müssen dafür sorgen, dass sie eine schöne Kindheit haben.

Das bedeutet nicht, dass wir nie Nein sagen dürfen, ständig über unsere Grenzen gehen und unseren Kindern alles abnehmen. Im Gegenteil! Es bedeutet einfach, dass wir unsere Kinder als Menschen sehen und beginnen mit ihnen zu arbeiten. Ich arbeite mit meinem Kind an Lösungen, die für uns beide tragbar sind. Wenn er beschließt, dass Steckdosen großartig sind und man eine Gabel hineinsteckt, setze auch ich meine „Macht“ ein und nehme ihn weg. Ganz klar! Aber ich werde ihn nicht daran hindern mit einem Becher Wasser in eine Schüssel zu füllen, weil es mir gerade nicht passt. Das ist es, was ich euch mitgeben möchte. Arbeitet an euch – nicht euren Kindern. Denn die Beziehung zu euren Kindern ist eure Aufgabe.

Eure Freya

Bericht über meine Fehlgeburt

Teddy

Huhu,

in letzter Zeit war es sehr still hier am Blog. Ich war durch eine Fehlgeburt leider nicht dazu in der Lage einen Beitrag zu verfassen. Mitte September haben wir festgestellt, dass wir schwanger sind. Im Oktober hatten wir einen Unfall und erhielten die Nachricht, dass etwas vielleicht nicht in Ordnung ist und letzte Woche haben wir unser Baby dann verloren. Ich möchte meine Erfahrung mit euch teilen, denn als ich auf der Suche nach Antworten war, habe ich fast keine gefunden. Meine Hoffnung ist, dass ich Frauen und Paaren in der selben Situation ein paar Antworten geben kann, die sie sonst vielleicht (noch) nicht finden können.

Der kleine Unfall

Wir waren mit unserem Kind in einem Einkaufszentrum. Dort gab es Rolltreppen für Rollstuhlfahrer und unser kleiner Rabauke hat jede Gelegenheit genutzt um damit zu fahren. Da wir den Kinderwagen mit hatten, bin ich nur ein kleines Stück hinter ihm gefahren. Am Ende der Rolltreppe blieb er jedoch stehen. Um zu verhindern, dass ich ihn mit dem Kinderwagen umfahre, habe ich rechts gegen die Bande gelenkt und nur Sekunden später habe ich den Kinderwagen in den Bauch bekommen. Ich hatte ziemliche Schmerzen im Unterleib und machte mir furchtbare Sorgen. Panisch lief ich aufs Klo um nachzusehen ob ich blutete – nichts. Ich war ein wenig beruhigter, doch die Schmerzen hörten nicht auf. Also setzte ich mich hin und wartete ab. Nach ungefähr 20 Minuten waren die Schmerzen verschwunden und ich hoffte das Beste. Wir überlegten ins Krankenhaus zu fahren, doch ich hatte die Woche darauf sowieso einen Termin bei meiner Frauenärztin, daher warteten wir einfach ab.

Unsensible Frauenärztin

Die Woche darauf ging ich also mit meiner Mutter und meinem Kleinen zur Frauenärztin. Wir warteten über eine Stunde – trotz Termin – und wurden recht genervt empfangen. Unser Kleiner war natürlich nicht mehr gewillt zu warten und anscheinend war meine Gynäkologin nicht sonderlich begeistert von seiner Anwesenheit. Als ich auf dem Stuhl saß, verging vielleicht eine Minute, dann kam die Diagnose „das Baby ist zu klein. Vermutlich ist es schon tot.“ Ich war vollkommen entgeistert. Die Ärztin hatte nicht eine Sekunde lang ruhig gehalten und man konnte auf dem Ultraschall nicht einmal die Fruchthöhle oder den Dottersack wirklich sehen, aber angeblich wusste sie, dass mein Kind tot war? Ich zog mich an und nahm die Überweisung ins Krankenhaus. Mein Kind war bereits wieder am quengeln und ich wollte nur mehr raus aus der Praxis. Einen erneuten Termin wollte sie auch nicht mehr ausmachen.

Gefühlswirrwarr

Es war, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Wir haben uns so sehr auf unser zweites Kind gefreut und nun sollte das Ganze schon vorbei sein? Obwohl die Ärztin auch die Woche nicht genau sagen konnte? Im Mutter-Kind-Pass standen interessanterweise, auch ganz andere Dinge, als sie mir gesagt hatte. Am 9.10. war ich gerade in der 5. SSW und nun 2 Wochen später schon in der 9. SSW? Ich wurde direkt nach der Übergabe der Überweisung mit den Worten „Ich gebe Ihnen den Mutter-Kind-Pass trotzdem mit“ verabschiedet, soll aber über Gymnastik aufgeklärt worden sein? Ehrlich gesagt fühlte ich mich veräppelt, war wütend und traurig. Ich glaubte der Ärztin nicht und beschloss, sie nie wieder aufzusuchen.

Auf ins Krankenhaus

Der nächste Tag war ein Feiertag, doch da es hieß, ich solle gleich am nächsten Tag ins Krankenhaus, fuhr ich hin. Nur um wieder nach Hause geschickt zu werden. Ich hatte keinerlei Beschwerden, daher solle ich am Montag wiederkommen. Gut, ab nach Hause und weiter bangen. Montag Vormittag war ich erneut im Krankenhaus und wartete fast 3 Stunden darauf, dass man mich endlich untersuchte. Als ich endlich in den Behandlungsraum „durfte“, war mir eiskalt. Ich zitterte und hoffte, dass die andere Ärztin sich geirrt hatte. Die Gynäkologin im Krankenhaus nahm sich Zeit und sah sich alles genau an. Sie meinte es könnte sein, dass mein Kind noch lebt und ich solle doch in 7-10 Tagen erneut kommen. Je später desto besser, denn dann sollte man auf jeden Fall bereits einen Herzschlag sehen können. Ich befand mich laut ihrer Rechnung gerade erst in der 6. SSW. Ich klammerte mich an diesen kleinen Hoffnungsschimmer und wartete brav 10 Tage ab.

Ihr Kind ist tot …

Am 8.10. fuhr ich erneut ins Krankenhaus. Ich wartete erneut fast 3 Stunden und hoffte wirklich, dass alles in Ordnung war. In der Zwischenzeit war meine Schwangerschaftsübelkeit vollkommen verschwunden, ein schlechtes Zeichen. Endlich ging die Tür auf und ich wurde untersucht. Auch dieses Mal dauerte die Untersuchung einige Minuten, damit nichts übersehen wurde. „Es tut mir furchtbar leid, Ihr Kind ist tot.“ Das war der schlimmste Moment für mich. Ich hatte mich bisher an die Hoffnung klammern können, dass es vielleicht nur zu klein war um bereits einen Herzschlag zu haben. Dass mein Baby sich vielleicht nur hinter dem Dottersack versteckt hatte. Stundenlang habe ich Google befragt und Geschichten über falsch festgestellte und wirkliche Fehlgeburten gelesen. Ich kannte die Symptome und beobachtete meinen Körper und jedes Anzeichen argwöhnisch. Doch in dem Moment war meine Hoffnung verschwunden, ich hatte es bereits geahnt und nun war es offiziell. Ich zog mich an und setzte mich dann neben die Ärztin. Sie erklärte mir, dass das leider „normal“ sei. Ungefähr ein Drittel der Schwangerschaften endeten mit einer Fehlgeburt.

Ausschabung oder nicht?

Sie überfiel mich sofort damit, dass es für mich nur 2 Möglichkeiten gäbe. Dann korrigierte sie sich und meinte, es wäre eigentlich nur eine. Die Ärztin fragte mich, wann ich Zeit hätte um die Ausschabung vornehmen zu lassen und ich machte wie in Trance einen Termin für die nächste Woche aus. Anschließend gab man mir eine Mappe mit wichtigen Informationen und schickte mich direkt zur Anästhesie-Anmeldung. Ich schrieb allen, die von der Untersuchung wussten. Dann brach ich im Gang zusammen. Ich weinte eine Zeit lang, dann ging ich weiter. Immerhin musste ich ja noch einige Formulare unterschreiben. Bei der Anmeldung zur Anästhesie wartete ich erneut eine halbe Stunde. Ich füllte die notwendigen Fragebögen aus, wurde aufgerufen und dann durfte ich nach Hause. Endlich zu Hause angekommen, dämmerte mir langsam, dass ich mein Kind wirklich und wahrhaftig verloren hatte. Kaum war ich durch die Türe gekommen, musste ich erneut weinen. Zusätzlich zu dem Verlust meines Babys kam noch der Stress der bevorstehenden Operation. Eigentlich wollte ich diese nicht durchführen lassen. Nicht nur, dass ich meinen Körper damit komplett umging und ihm die notwendige Arbeit abnahm, dass Kind selbst zu gebären. Nein, ich müsste dafür auch meinen Wirbelwind 3 Tage lang alleine lassen. Ich überlegte lange hin und her und beschloss, dass ich noch warten würde. Als der Tag der Anmeldung im Spital kam, hatte ich Fieber, also musste die Operation so oder so verschoben werden. Morgens rief ich auf der gynäkologischen Station an, wurde 3x hin und her geleitet, bis die Dame am anderen Ende der Leitung schlussendlich einfach meinen Namen aufschrieb. Ich wartete noch eine ganze Woche und dann setzten die Wehen ein.

Die Fehlgeburt

Am 20.11. setzten um kurz vor Mitternacht die Wehen ein. Kurz zuvor hatte ich mich noch per Whatsapp mit jemandem unterhalten und im nächsten Moment lief ich schon auf die Toilette. Insgesamt verbrachte ich 4 Stunden dort. Ich kann definitiv nicht empfehlen die Fehlgeburt auf der Toilette durchzustehen – nach einiger Zeit weiß man nicht mehr, wie man sitzen soll. Mein Verlobter kümmerte sich in der Zwischenzeit großartig um unseren Kleinen und ich war froh, dass ich gewartet hatte. Ich will nichts beschönigen – es war blutig und es war genauso anstrengend wie eine normale Geburt. Doch ich hatte die Woche zuvor immer wieder mit mir gerungen und mir Vorwürfe gemacht. Nach der Fehlgeburt konnte ich jedoch endlich wirklich abschließen und fühlte mich fast befreit. Die ersten Wehen waren recht leicht, nach kurzer Zeit jedoch merkte ich, wie die Presswehen begannen. In den ersten 3 Stunden konnte ich mich kaum bewegen, weil ich innerhalb weniger Sekunden eine komplette Binde durch geblutet hätte. Mein Verlobter brachte mir mein Handy und gegen Ende hin einen Sitzhocker, damit ich mich zwischendurch beschäftigen bzw ablenken und abstützen konnte. Als die Wehen weniger wurden, wagte ich es nach draußen um mir eine Decke zu holen. Außerdem holte ich mir etwas zu trinken und aß ein wenig Schokolade. Ich merkte, dass mein Kreislauf durch die Anstrengung schon sehr im Keller war, genauso wie bei meiner letzten Geburt. Lange hatte ich jedoch nicht Zeit, denn die Wehen begannen erneut und ich merkte, wie ich wieder begann stärker zu bluten. Als ich gegen 4:30 endlich davon überzeugt war, dass das Schlimmste vorbei war, ging ich direkt unter die Dusche und ins Bett.

Die Zeit danach

Entgegen meines Wissens sagte ich unser geplantes Thanksgiving-Essen jedoch nicht ab. Ich würde jeder Frau empfehlen sich die ersten Tage hinzulegen und auszuruhen. Ich hätte diese Zeit dringend gebraucht. Stattdessen stand ich stundenlang in der Küche. Andererseits hat der Abend mir auch gut getan, da ich mich von den Nachwehen ablenken konnte. Ab dem 23.11. verbrachte ich ungefähr eine halbe Woche fast nur sitzend oder liegend. Diese Zeit war sehr wohltuend. Ich konnte mich regenerieren und dadurch waren die Nachwehen erträglich. Bisher war ich noch nicht im Krankenhaus zur Nachkontrolle, doch langsam aber sicher lassen die Blutungen nach. Die Nachwehen haben nur sehr kurz angedauert und waren bereits nach 1 1/2 Wochen komplett verschwunden. Die Blutungen sind seit letztem Wochenende weniger geworden und werden vermutlich in den nächsten Tagen komplett abklingen. Auch nach der Fehlgeburt hatte ich immer wieder Phasen in denen ich blutige Klumpen in meiner Binde fand, doch diese wurden auch immer weniger. Ich hoffe nun einfach sehr, dass bei der Nachkontrolle alles in Ordnung ist und ich mich nicht doch noch einer Operation unterziehen muss. Sobald wir das Okay aus dem Krankenhaus haben, werden wir es wieder probieren.

Hoffnung

Als ich auf der Suche nach Antworten war, gab es viele widersprüchliche Informationen und teilweise wurde einfach nur gesagt „geh zur Ausschabung und bring es hinter dich“. Die Entscheidung ob man auf die natürliche Fehlgeburt warten will oder nicht, sollte jede Frau selbst treffen können. Doch dafür benötigt man umfassende Informationen, die man leider von vielen Ärzten nicht bekommt. Ich wünsche jeder Frau in dieser Situation den Mut und die Kraft, die Aussagen der Ärzte erneut zu hinterfragen und nicht auf Aussagen wie „es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit“ hereinzufallen. Zur Not kann man auch mehrere Ärzte hinzuziehen um wirklich sicher zu sein. Lasst euch nicht unterkriegen und geht den Weg, der sich für euch richtig anfühlt. Es ist egal ob euer Arzt/eure Ärztin euch versteht – niemand steckt in eurer Haut und weiß besser, welchen Weg ihr wählen solltet. Keiner kann beurteilen, womit ihr besser abschließen könnt. Ich hoffe einfach, dass mein Beitrag einigen dabei helfen kann, eine Entscheidung zu treffen.

Eure Freya

Hilfe, mein Kind isst nur noch XYZ/will XYZ nicht mehr essen!

Essendes Kind

 

Huhu,

heute schreibe ich über ein weiteres Herzensthema von mir – Essen! Wir alle (müssen) essen und am Besten sollte die Nahrung auch gesund sein. Als ich schwanger wurde, war Ernährung plötzlich ein riesen Thema und ich hatte furchtbare Panik etwas „falsches“ zu essen. Das wurde nicht besser als unser Kleiner dann endlich da war. Auch in der Stillzeit sollte man sich ja auch ausgewogen ernähren, das Kind isst ja schließlich mit! Und dann noch die Beikost-Zeit. Welcher Brei kommt zuerst? Brauchen wir unbedingt Fleisch für die Eisenzufuhr? Darf unser Kind denn Zucker oder Salz in größeren Mengen essen? Und wie sieht das mit scharfen Speisen aus?

Puh, ganz schön viele Sorgen und Fragen, die einen so überrollen. Hat man dann endlich alle Antworten, kommt das Kind in die Autonomiephase. Plötzlich wird das Essen zum Kampf. Was vorher geliebt wurde, wird plötzlich verschmäht. Manches wird nicht mal mehr gekostet. Und nun? Ich persönlich tendiere dann zu der Aussage – nichts.

Wie jetzt?

Ich kann doch mein Kind nicht 5 Tage lang Nudeln essen lassen? Doch! Natürlich kannst du das! Unsere Kinder sind wahnsinnig kompetent und wissen ganz genau, was ihnen gut tut und vor allem – was nicht. Wenn dein Kind also 5 Tage lang nur Nudeln essen will und das kunstvoll angerichtete Gemüse verschmäht – was soll’s? Wenn wir ganz ehrlich sind, haben auch wir Phasen in denen wir etwas Bestimmtes dauernd essen (wollen). Vielleicht essen wir es in verschiedenen Varianten und vielleicht zwingen wir uns auch dazu etwas anderes zu essen, doch im Endeffekt bleibt der „Guster“ auf diese bestimmte Sache bestehen.

Würdet ihr eurem Partner verbieten das zu essen was er will, nur weil etwas anderes gesünder ist? Vermutlich nicht. Ja klar, euer Partner ist älter als euer Kind, doch hat er deswegen mehr Recht auf eine eigene Meinung? Ich persönlich finde nicht. Ich weiß wie es ist, wenn einem etwas aufgezwungen wird und wie furchtbar es ist mit Essen bestraft zu werden. Daher würde ich das niemals jemandem antun – vor allem nicht meinem Kind. Das heißt nicht, dass ich meinem Kind nichts Neues anbiete, doch ich werde ihm nichts aufzwingen. Selbst wenn das bedeutet, dass ich zwei Gerichte kochen muss, damit er etwas isst. Diese Phasen gehen auch wieder vorbei.

Erst vor Kurzem hatte unser Wirbelwind eine Phase, in der er von allen Gerichten nur Nudeln gegessen hat. Der Rest blieb einfach stehen oder landete auf dem Boden. Diese Phase ging gut 2 Wochen. Trotz allem hat er jeden Tag das komplette Essen bekommen. Er hat auch durchaus einmal gekostet, doch hat er trotzdem weiterhin fast nur Nudeln gegessen. Ich habe es einfach hingenommen, ihm immer wieder andere Dinge zusätzlich angeboten und darauf geachtet, dass er genug isst und trinkt. Nach diesen 2 Wochen aß er dann plötzlich auch das Gemüse – ohne Kampf. Es war als hätte es diese Phase nie gegeben.

Und was mache ich, wenn mein Kind gerne etwas „Ungesundes“ essen will und ich ihm das unbedingt abgewöhnen will? Auch hier wieder – nichts! Unser Kleiner zum Beispiel liebt Soletti über alles. Wenn wir einkaufen gehen und er eine Packung Soletti sieht, wandert sie sofort in den Einkaufswagen. Er liebt Soletti einfach. Klar sind sie ungesund und wirklich begeistert bin ich von seiner Vorliebe nicht, aber ich würde es ihm deswegen nicht austreiben wollen. Wenn er krank ist oder Zahnweh hat, dann isst er sehr wenig und ich freue mich, dass wir Soletti zu Hause haben. Denn die isst er auch bei Fieber und Schmerzen. Es ist mir lieber, wenn er seinen Hunger mit Soletti stillt, als dass er nichts isst.

Wir sollten einfach aufhören alles kontrollieren zu wollen. Klar will ich meinem Kind eine ausgewogene Ernährung mitgeben und das ist auch gut und richtig so! Ich biete ihm Obst und Gemüse an, genauso wie Fisch, Fleisch und Beilagen. Wenn er sich jedoch weigert den Fisch zu essen und ich ihn dazu zwinge, diesen trotzdem zu essen – was gebe ich ihm denn dann mit? Definitiv kein gutes Verhältnis zum Essen. Also ist mein Tipp einfach – durchatmen und akzeptieren. Ihr könnt es nicht ändern, ihr könnt euer Kind nur zwingen und das ist definitiv nicht der beste Weg.

Eure Freya

Familienplanung 2.0

Huhu,

in letzter Zeit treibt mich wieder das Thema Familienplanung um. Wir wollen auf jeden Fall noch ein zweites Kind. Meine „Sorge“ ist jedoch der Zeitpunkt, zu dem wir dieses Kind bekommen. Momentan sind wir eigentlich voll ausgelastet und ich bin mir nicht sicher, ob wir für ein zweites Kind wirklich genug Zeit hätten.

Mein Verlobter arbeitet Vollzeit und in letzter Zeit waren es statt 40 oftmals 60 Stunden die Woche. Zusätzlich arbeitet er wann immer es ihm möglich ist, an seiner Selbstständigkeit. Da dies jedoch ein recht großes und umfangreiches Projekt mit viel Programmier- und Grafik-Aufwand ist, wird sich das Ganze wohl noch ein wenig hinziehen.

Den Haushalt und unseren Sonnenschein schmeiße großteils ich. Klar, mein Verlobter ist für das Geschirr zuständig, kehrt zwischendurch immer mal wieder die Wohnung und macht fleißig die Windeln wenn er zu Hause ist, doch der Rest ist meine Aufgabe.

Dazu kommt dann noch mein Blog und die Tatsache, dass ich versuche unser „Zeug“ zu vermindern. Wir sind nun mittlerweile recht oft umgezogen und werden wohl auch nicht für immer in dieser Wohnung bleiben, daher versuche ich, alles auszumisten, was wir wirklich nicht (mehr) benötigen. Wir haben sicher schon 20 Umzugskartons ausgemistet, aber da wir beide ziemliche „Spiele-Nerds“ sind, kommt immer wieder etwas Neues hinzu. Meistens ist es Spielzeug für unseren Kleinen *lach*

Ein weiterer Punkt ist das Essen. Wir essen gerne und probieren auch gerne neue Dinge aus. In meiner Kindheit gab es oft eine Woche lang jeden Abend das selbe. Aus Zeitgründen. Das ist etwas, was ich nie niemals jemals wieder möchte. Klar, wenn was über bleibt, gibt es das schon auch ein zweites oder vielleicht sogar drittes Mal. Doch an sich lege ich sehr viel Wert darauf, dass wir ausgewogen und gesund essen. Das heißt wenig bis gar keine Fertigprodukte, viel Obst und Gemüse und wenig Zucker. An sich möchte ich gerne irgendwann bei zuckerfrei landen. Mal sehen ob ich das schaffe.

Unser Sonnenschein darf in dieser Aufzählung natürlich auch nicht fehlen! Auch wenn viele Eltern meinen, das Kind „laufe so nebenbei mit“ ist das eigentlich nicht unbedingt meine Einstellung zur Elternschaft. Auch wenn ich in vielen Dingen recht faul bin, versuche ich unseren Alltag doch so zu gestalten, dass unser Kleiner ausgelastet ist.

Trotz – oder gerade wegen – unseres vollen Alltags, fühlen wir uns nun bereit für Kind Nummer 2. Ich bin gespannt, wann ich euch von meiner Schwangerschaft berichten kann. Meine erste Schwangerschaft war ja eigentlich nicht geplant und war auch nicht sonderlich entspannt. Dieses Mal möchte ich alles ein wenig anders angehen, aber dazu gibt es mehr, wenn ich wirklich schwanger bin 😉

Eure Freya

Das Stoffwindelexperiment – Erfahrungsbericht mit Pocketwindeln

Huhu,

Wir haben nun seit dem 27.03. Pocketwindeln und unser Sonnenschein hat diese bereits oft getragen. Ich muss sagen – ich bin begeistert. Durch die Stoffwindeln haben wir uns bereits sehr viele Wegwerfwindeln erspart und bisher hatte unser Kleiner keinen Ausschlag mehr.

Wie viel mehr Wäsche ist es denn?

Viel mehr Wäsche ist es bisher nicht geworden, da wir erst 12 Stoffwindeln und 18 Einlagen haben. Ich wasche immer dann, wenn unsere Wetbag voll ist und das geht sich mit den restlichen Stoffwindeln super aus. Anfangs habe ich die Windeln komplett ohne Waschmittel und Weichspüler gewaschen, mittlerweile habe ich mir hierfür jedoch ein Waschpulver von dm besorgt.

Reichen die Windeln aus?

Ja und nein. Ich wasche circa alle 2 Tage und die Waschmaschine ist dann nur zu 1/3 voll. Wir haben bisher auch nur Pocketwindeln besorgt und wollen unseren Vorrat noch ein wenig erweitern und aufstocken. An sich möchte ich so weit kommen, dass wir alle 3 Tage eine volle Waschmaschine mit Stoffwindeln waschen, da ich eine fast leere Waschmaschine nicht unbedingt als umweltschonend verstehe. Wen das überhaupt nicht stört, der würde vermutlich auch mit 12 Windeln auskommen – je nachdem wie oft man wickelt natürlich.

Was macht ihr mit angekackten Windeln?

Wir nutzen eigentlich immer Windelvlies. Das fängt die meiste Arbeit ab. Sollte doch die Einlage oder die Windel voll werden, dann wasche ich sie meist kurz vorher ab und stopfe sie dann direkt in die Waschmaschine. Da wir mit Waschlappen abwischen, macht es eigentlich recht wenig Unterschied.

Wie funktioniert das mit den Pocketwindeln?

Eigentlich gibt es hinten in den Pocketwindeln eine Lasche, in die man die Einlage steckt. Da mir das herausnehmen und hineingeben mit aktivem Kleinkind allerdings zu umständlich ist, legen wir die Einlagen einfach auf die Windel, schlagen das Windelvlies rechts und links um die Einlage und wickeln auf diese Weise. Das ist jedoch Geschmackssache. Auf diese Art erspare ich mir auch oft das Waschen der Windel und kann einfach eine neue Einlage hineingeben.

Welche Einlagen habt ihr?

Wir haben 6 Bambuseinlagen und 12 Baumwolleinlagen. Ehrlich gesagt sind mir die Bambuseinlagen lieber, da ich finde, dass sie angenehmer auf der Haut sind und sie mehr saugen können. Wir werden aber auch hier vermutlich noch ein wenig aufstocken, dann kann ich genaueres sagen.

Welche Größe verwendet ihr?

Wir verwenden One-Size Pocketwindeln. Wenn wir ein zweites Kind bekommen, besorgen wir uns für den Anfang auch wirkliche Newborn-Windeln, doch danach werden wir vermutlich wieder auf One-Size Windeln umsteigen.

Eure Freya

Die Stoffwindel-Reihe:

  1. Das Stoffwindelexperiment – die Ankunft der Pocketwindeln
  2. Das Stoffwindelexperiment – Erfahrungsbericht mit Pocketwindeln

Das Stoffwindelexperiment – die Ankunft der Pocketwindeln

Huhu,

wir haben es endlich geschafft unser erstes Paket Stoffwindeln zu besorgen und gerade eben kam es an. Der Einfachheit halber beginnen wir mit 6 Pocketwindeln. Wir testen zuerst ein wenig, bevor wir weitere Windeln besorgen wollen.

Da unser Kleiner jedoch sehr schnell wund wird, werden wir wohl auf lange Sicht auf Stoffwindeln umsteigen. Das nächste Paket wird All-in-Two oder All-in-Three Windeln enthalten und dann werden wir überlegen, welche der beiden Varianten uns am besten gefällt.

Zusätzlich haben wir noch 4 Wetbags, 6 Einlagen und 100 Windeltücher bestellt. Momentan befindet sich alles in der Waschmaschine, doch ich bin schon sehr gespannt wie mein Lebensgefährte und ich mit den Stoffwindeln zurechtkommen. Ich werde demnächst einige Beiträge zum Thema Stoffwindeln posten.

Eure Freya

Den einen richtigen Weg gibt es nicht

Huhu,

in den letzten Wochen habe ich mich sehr intensiv mit meinem Leben und meinen Entscheidungen auseinandergesetzt. Bereits seit meiner Pubertät arbeite ich an mir und meiner Einstellung. Mir wurde ein sehr negatives Weltbild mitgegeben und oftmals hänge ich mich daran zu sehr auf. Ich merke jedoch, wie schlecht dieses Weltbild ist. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Sobald etwas vorgeschlagen wird, sehe ich zuerst das Negative und viele Dinge ersticke ich dadurch im Keim, obwohl sie vielleicht wunderbar werden könnten.

In den letzten Jahren habe ich in diesem Punkt viele Fortschritte gemacht und ich gebe nicht nur neuen Dingen, sondern auch neuen Personen eine Chance. Ich probiere viel mehr aus und lasse mich überraschen was passiert. Vor allem in der Küche 😉 Durch meine Arbeit an meinem Weltbild, habe ich auch einen „Erziehungsstil“ gefunden, der zu mir und vor allem zu uns passt – Attachment Parenting. Von vielen Seiten wurde ich bereits für vollkommen verrückt erklärt und mir sind die schlimmsten Dinge prophezeit worden.

Unser Sohn würde verweichlicht werden, egoistisch, ein Muttersohn, faul, wird niemals aus dem Familienbett ausziehen, wird nie ohne Windel herumlaufen, etc. Ich kann die Bedenken verstehen. Wenn man selbst anders erzogen hat, ist es schwierig, auch einen ganz anderen Weg als „richtig“ anzusehen. Doch es gibt nicht den einen Weg. Jede Familie ist anders. Was bei den Eltern geklappt hat, muss sich für die eigene Familie nicht richtig anfühlen. Es ist in Ordnung die eigene Erziehung zu hinterfragen und kritisch zu beäugen. Kein Mensch ist perfekt und auch die neue Elterngeneration wird Fehler machen.

Für mich ist das Familienbett etwas positives. Mein Umfeld findet die Idee eher seltsam. Ich kann mir nicht vorstellen, mein Kind früh abzustillen. Meine Familie hat – bis auf eine gezwungene Ausnahme – sehr früh abgestillt. Mein Kind darf alle Schränke ausräumen, weil ich dort nur ungefährliche Dinge aufbewahre, oder sein Spielzeug. Mir wurde daraufhin an den Kopf geworfen, dass ich einfach faul bin. Das ist in Ordnung, denn jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Jeder Mensch kann sich selbst ein Urteil bilden und dieses muss nicht positiv ausfallen. Wer das Familienbett verrückt findet ist genauso normal wie die Personen, die sich das Familienbett nicht mehr wegdenken können.

Jede Person und jede Familie hat ihren eigenen Weg und dieser ist selten geradeaus. Meist findet man seinen Weg erst nach langem Suchen und vielen Hügeln und Tälern – auch das ist in Ordnung. Wichtig ist nur, dass man sich nicht verunsichern lässt. Es wird immer jemand da sein, der euren Weg kritisch beäugt. Vertraut auf euch und euer Bauchgefühl. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, dann lasst es einfach. Die anderen gehen nicht in euren Schuhen, wissen nicht wie ihr euch fühlt und was ihr alles zu meistern habt. Nehmt aus den Kritiken mit, was ihr brauchen könnt und lasst alles andere einfach links liegen.

Um das Ganze ein bisschen weniger theoretisch zu gestalten. Mein „verweichlichter“ Sohn, den ich immer tröste, steht bei kleinen Unfällen meist einfach auf und läuft weiter. Hin und wieder, wenn er gegen einen Stuhl läuft, rummst es kurz richtig laut, er schaut verdutzt und läuft dann weiter. Auch von Egoismus ist keine Spur. Wenn ich morgens noch richtig müde bin, weil er so spät eingeschlafen ist und so früh aufwacht, beschäftigt er sich auch gut und gerne eine halbe Stunde bis Stunde alleine, neben mir im Bett und lässt mich schlafen. Da unsere Wohnung komplett kindersicher ist, ist das ohne Probleme möglich. Jeder Weg hat seine positiven und seine negativen Seiten. Ich hoffe, ihr findet euren Weg und habt die Sicherheit, ihn einfach zu gehen ohne euch von den Stimmen anderer zu sehr beeinflussen zu lassen.

Eure Freya

Ein Aufruf für mehr Selbstsicherheit im Umgang mit Kritik

Huhu,

momentan befinde ich mich mal wieder in einer Art „Selbstfindungs-Phase“. Solche Phasen habe ich bereits öfter gehabt und ich bin immer einen Schritt weiter gekommen als zuvor. Begonnen hat das Ganze in meiner Zeit als Jugendliche, als sich irgendetwas nicht „stimmig“ angefühlt hat. Einige von euch kennen dieses Gefühl bestimmt. Das ist nicht wirklich greif- oder beschreibbar. Es ist wie ein Jucken im Hals. Man spürt es, weiß aber nicht wo es ist und kann sich auch nicht kratzen, bis man herausgefunden hat, was es wirklich ist.

Ich will euch aber nicht damit nerven, dass ich darüber philosophiere, wie sich diese Phase äußert und anfühlt, also kürze ich das Ganze ein wenig ab. Seit ich Mutter bin, komme ich gefühlt ständig in immer neue Phasen der „Selbstfindung“.

Zuerst musste ich herausfinden, wie ich meinem Kind begegnen will. Althergebrachte Erziehungsmethoden? Attachment Parenting? Oder gar Unerzogen? Es gab so viele Möglichkeiten und ich wurde schier erschlagen.

Kurz darauf kam die erste Kritik an meiner Erziehungsmethode – klar, musste ja so kommen. Dadurch löste ich meine nächste Krise aus. Um Gottes willen, mein Kind isst mit 4 Monaten noch nichts „anständiges“. Er will keinen Tee und er schläft in unserem Bett. Also musste ich das natürlich ändern und trieb unsere kleine Familie langsam aber sicher in den Wahnsinn. Unser Sonnenschein fand das natürlich nicht toll, ich war gestresst weil es nicht klappte wie es doch sein „musste“ und mein Lebensgefährte bekam abends all den Stress ab. Keine tolle Lösung – für niemanden. Als ich dann endlich beschlossen hatte, dass es mir egal war, ob irgendjemand toll fand, dass ich die Bedürfnisse meines Kindes erfüllte und wie ich das tat, war die Krise auch schon wieder verschwunden und alles lief viel entspannter ab.

Jetzt mit ca 14 Monaten trinkt mein Kleiner alles Mögliche (er hat sogar schon an meinem Kaffee genippt – was ich nicht ganz so toll fand), er isst alles was Mama kocht und er schläft sogar immer mal wieder in seinem eigenen Bett. Diese Krise war also thematisch gesehen vollkommen unnötig und nur von außen ausgelöst. Gelernt habe ich daraus jedoch mehr als je zuvor – ich wusste am Besten was für mein Kind ist und weiß es auch immer noch. Niemand sonst verbringt so viel Zeit mit meinem Kind wie ich und daher hat auch keine andere Person das Recht, mir zu sagen, was gut für mein Kind ist und was nicht.

Diese Erkenntnis ist so wichtig gewesen, dass ich sie noch einmal für euch und für mich hervorheben wollte. Lasst euch von niemandem vorschreiben, wann euer Kind mit Beikost anfangen soll, wann ihr abstillt oder wo bzw. wie euer Kind schläft. Ihr seid die meiste Zeit mit eurem Kind zusammen und ihr seid es auch, die die Bedürfnisse eures Kindes am Besten einschätzen könnt. Natürlich gibt es Ratschläge, die helfen können, doch Kritik welche auf althergebrachten Erziehungsmethoden und Sprichwörtern basiert, ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Ihr könnt euer Baby nicht verwöhnen, wenn ihr auf seine Bedürfnisse achtet. Euer Baby funktioniert nicht nach Lehrplan, denn es kennt diesen Lehrplan nicht. Wenn euer Kind mit 6 Monaten seinen ersten Zahn bekommt und trotzdem nicht mitessen will – who cares? Ich kenne keinen Erwachsenen, der sich immer noch von Flaschennahrung oder Muttermilch ernährt und ihr?

In diesem Sinne – lasst euch ein dickes Fell wachsen. Akzeptiert die Kritik der anderen und macht euer eigenes Ding. Ihr wisst am Besten, was sich für euch und eure Familie gut anfühlt. Nur weil es bei einer Familie gelingt, muss es bei euch nicht automatisch auch klappen. Wenn es bei euren Eltern funktioniert hat, kann es für euch vollkommen falsch sein. Probiert aus, hört auf euer Herz, euren Verstand und euer Bauchgefühl und lasst euch nicht verunsichern!

Eure Freya

Ein schönes „Kompliment“

Huhu,

heute habe ich ein schönes „Kompliment“ bekommen. „Kompliment“ deswegen, weil es streng genommen keines war und irgendwie aber doch.

Beginnen wir am Anfang. Im April 2016 sind mein Lebensgefährte und ich zusammen gekommen. Zu dem Zeitpunkt gab es für ihn nichts besseres als Tiefkühlpizza. Ich liebte es zu kochen und mein Lebensgefährte liebte es, nur mal eben schnell den Backofen aufdrehen zu müssen um zu „kochen“.

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie die Antwort auf die Frage „Schatz, was willst du essen?“ anfangs aussah. Schritt für Schritt habe ich es geschafft, die Fertigprodukte so gut es geht aus unserem Leben zu verbannen.

Heute hatte unser kleiner Sonnenschein jedoch wieder einmal eine Impfung und er hat nicht wirklich gut darauf reagiert. Er bekam einige Stunden später sehr schnell recht hohes Fieber und begann zu brüllen. Vollkommen erschöpft schlief er nach einiger Zeit endlich ein, doch dummerweise war ich mit dem Kinderwagen unterwegs und er lag in meinen Armen. Sobald ich ihn bewegte, fing er im Schlaf an bitterlich zu weinen. Dank einigen sehr netten Menschen kamen wir zu Hause an und er schlief endlich ein. Ich war jedoch vollkommen erledigt und beschloss – heute gibt es Tiefkühlpizza.

Mein Lebensgefährte besorgte sich seine Lieblingspizza und nach einigen Bissen sah er mich an und sagte „Ich bin schon zu lange mit dir zusammen.“ Er biss noch einmal ab und meinte dann „die Pizza schmeckt nicht mehr. Das war einmal meine Lieblingspizza.“

Okay, ich gebe offen zu – es war nicht das Kompliment, dass ihm am besten gelungen ist bisher, aber definitiv eines derjenigen über die ich mich am meisten gefreut habe!

Wenn mir das nächste Mal jemand etwas seltsames sagt, werde ich also einfach einmal abwarten, was danach kommt. Vielleicht erhalte ich dann erneut ein unerwartetes „Kompliment“.

Eure Freya

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