Huhu,

selten gehen die Geister so auseinander – oder sich so sehr an die Gurgel – wie bei dem Thema Schlaf. Dabei ist es doch eigentlich so einfach und so schön. Ich will euch heute mal meine bzw. unsere Gründe für das Familienbett aufzeigen.

Nähe

Der erste Punkt ist Nähe. Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn jemand neben uns im Bett liegt? Jemand an den wir uns ankuscheln können, der uns wärmt wenn uns kalt ist und der uns Halt gibt, wenn wir unruhig sind? Wieso verlangen wir von unseren Kindern eigentlich, dass sie von Anfang an alleine schlafen sollen? Gerade Kinder leben von Nähe, Wärme, Geborgenheit, Zuwendung und Liebe. Genau darum würde ich mein Kind jederzeit wieder zu mir ins Bett holen. Für mich war das Familienbett einfach eine logische Ergänzung. Tagsüber bekommt mein Kind all die Nähe die er braucht und nachts ebenso. Ich halte ihn im Arm bis er schläft und auch nachts liegt meist eine Hand auf ihm. Er weiß, wir sind da und wenn ich mal nicht neben ihm liegen sollte, weiß er mittlerweile auch wo er mich finden kann. Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt.

Sicherheit

Wir haben ein Bett an unser Bett geschoben. Mein Verlobter liegt meist halb in beiden Betten, unser Kleiner liegt zu 80% zwischen uns. Unser Bett ist groß genug für uns 3 und es ist fast unmöglich, dass er aus dem Bett fallen kann. Bewegt unser Wirbelwind sich in der Nacht in Richtung Bettende, wache ich durch meinen leichten Schlaf innerhalb kürzester Zeit auf. Auch Bettdecken sind keine Gefahr, denn unser Kleiner hasst sie abgrundtief. Jede Decke wird sofort weggestrampelt – auch im Schlaf. Da wir beide auch keine Substanzen nehmen, die unseren Schlaf vertiefen, besteht auch keine Gefahr, dass wir uns auf unser Kind rollen.

Faulheit

Ja, das ist auch ein wichtiger Punkt. Ich stille immer noch und jede Nacht bis zu 5x aufstehen ist mir zu anstrengend. In diesem Punkt bin ich einfach faul, dazu stehe ich auch. Ich liebe es, mein Kind in den Schlaf stillen zu können ohne dabei aufstehen zu müssen und es ist großartig, dass ich auch selbst dabei einfach wieder einschlafen kann.

Warum ist das Familienbett so verschrien?

Ich denke, das hat sehr viel damit zu tun, dass wir uns schwer von alten Gewohnheiten trennen können. In jeder Standard Erstausstattungsliste wird ein Gitterbett aufgeführt. Wir denken vor der Geburt auch nicht wirklich darüber nach, ob das jetzt wirklich Sinn macht und ob wir das wollen. Auch ich habe ein Gitterbett besorgt und monatelang versucht, mein Kind dort schlafen zu legen. Bis ich mir endlich eingestanden habe, dass weder mein Kind noch ich davon profitieren und es auch erlaubt ist, sein Kind im eigenen Bett schlafen zu lassen. Kaum hatte ich mir diese Möglichkeit vor Augen geführt, war ich viel entspannter.

Klar, mein Umfeld hält mich für vollkommen irre und ich kann mir immer wieder anhören, dass ich ja sowieso an allen „Problemen“ schuld bin, die mein Kind haben oder bekommen könnte , doch ganz ehrlich – es ist mir egal. Mein Kind ist sehr anhänglich und macht nur selten etwas ohne mich. Warum sollte er alleine schlafen? Wir Erwachsenen haben oft Probleme einzuschlafen, warum sollte es unseren Kindern anders gehen? Und warum zur Hölle muss ich mein nicht mal 2 jähriges Kind dazu trainieren? Nein, für mich macht das einfach keinen Sinn.

Darum gibt es bei uns das Familienbett und wenn er mal alleine schlafen will, dann darf er das gerne tun. Aber erst dann, wenn er es von sich aus möchte. Ich möchte mein Kind in seinem eigenen Tempo groß werden lassen – ohne Zwang.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich weiß, viele Kinder schlafen problemlos im eigenen Bett und im eigenen Zimmer. Einige Kinder brauchen diese Ruhe zum schlafen. Das ist großartig, keine Frage! Ich freue mich für jeden Elternteil, der seine Nachtruhe so früh wie möglich ungestört halten kann. Doch was mich so extrem annervt bei der Schlafdiskussion ist, dass einige pauschal das Familienbett verurteilen, als unsicher abstempeln, die Eltern als unfähig betiteln und dann auch noch sagen „selbst schuld“. Ganz ehrlich – welches Elternteil freut sich darüber, dass das Kind nicht alleine einschläft und stundenlang in den Schlaf begleitet werden muss? Kein Elternteil macht so etwas absichtlich und entscheidet sich bewusst dafür. Es gibt so viele verschiedene Menschen und so viele unterschiedliche Möglichkeiten in den Schlaf zu finden. Vielleicht haben diese Eltern noch nicht alles probiert – macht doch einfach Vorschläge, statt ihnen einen Vorwurf zu machen.

Ich hoffe so sehr, dass das Familienbett irgendwann zu einer tolerierten Praxis wird. Nicht jede Familie muss sich dafür entscheiden, doch es wäre toll, wenn man nicht dafür verurteilt wird.

Zu unseren Schlafproblemen und unserer Entscheidung für das Familienbett hatte ich ja bereits hier schon etwas geschrieben.

Wie ist eure Schlafsituation? Brauchen eure Kleinen noch viel Nähe oder schlafen sie schon alleine (ein)?

Eure Freya