Vom einsam sein und fallenden Decken

Huhu,

heute widme ich einem Thema, welches viele frischgebackene Mütter betrifft: Einsamkeit. Viele haben eine tolle Familie, einen Partner, Freunde und alle haben natürlich ihr Kind. Doch seien wir ehrlich – wir sehnen uns danach, uns mit anderen Müttern in der selben Situation auszutauschen. Der Partner kommt in vielen Fällen erst spät nach Hause, die Familie und Freunde kann/will man nicht immer besuchen. Meist sind weit und breit keine frischgebackenen Eltern zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich manchmal auch recht einsam. Ich lebe ca. 100 km von allen Verwandten und Freunden entfernt. Mein Wohnort ist ein typisches kleines Dörfchen (auch liebevoll Kaff genannt), in dem fast nichts los ist. Frischgebackene Eltern habe ich hier noch nie gesehen. Zu Fuß ist nichts erreichbar, Bus und Zug fahren nur sehr unregelmäßig und selten. Da ist es nicht einfach, Kontakte zu knüpfen.

Ich überflute mich daher mit Arbeit um mich abzulenken. Der richtige Weg ist das bestimmt nicht, doch da wir sowieso in naher Zukunft umziehen wollen, ist es für mich eine akzeptable Übergangslösung. Ich arbeite immer noch 15 Stunden die Woche nebenher, putze, koche, backe, helfe meiner Schwiegermutter, unterstütze meinen Lebensgefährten und bald werde ich auch noch einen weiteren ehrenamtlichen Nebenjob machen.

Viel Zeit bleibt nicht für Einsamkeit. Einige Freunde und Bekannte habe ich bis heute nicht besucht, da sie einfach nur an Wochenenden Zeit haben. An denen möchte ich jedoch Zeit mit meinem Partner verbringen. Wenn der Lebensgefährte täglich 12 Stunden unterwegs ist und weitere 8 Stunden schläft, dann bleibt leider nicht viel Zeit füreinander.

Immer wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen droht, dann suche ich mir etwas, was ich früher gerne als Ausgleich gemacht habe. Ich spiele ein Spiel, male Mandalas, singe, lese, was auch immer mir gerade Spaß macht. Danach fühle ich mich viel besser und die Einsamkeit ist verschwunden. Oft reicht auch ein Lächeln meines Kindes um die Einsamkeit zu vertreiben. Wie kann man auch wirklich und wahrhaftig einsam sein, wenn man so ein wundervolles, süßes und unschuldiges Geschöpf um sich hat? Ein Wesen, dass ohne Bedingung liebt und dies durch seine Taten immer wieder äußert?

Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich mit meinem Kleinen einen Baby-Schwimm-Kurs besuchen werde, denn er liebt es, im Wasser zu planschen. Ich bin zuversichtlich, dass sich dort jemand finden wird, mit dem man ins Gespräch kommen kann und vielleicht ist auch jemand dabei, mit dem sich eine Freundschaft entwickeln kann.

Jedem der sich einsam fühlt kann ich nur raten, geht raus und unternehmt etwas dagegen. Nein, ihr sollt euren Terminkalender nicht vollstopfen bis oben hin und euer Kind mitschleppen. Das ermüdet nur. Sucht euch etwas aus, was euch und eurem Kind Spaß macht. Probiert etwas Neues aus und wenn es nicht das Richtige für euch ist – geht wieder. Wenn ihr euch in einer Gruppe unwohl fühlt (weil die Aktivität oder die Leute nicht das Richtige für euch sind) – dann geht. Verzweifelt nicht, nur weil es beim ersten Mal nicht gleich geklappt hat. Bleibt einfach offen und ihr werdet etwas finden. Es gibt da draußen so viele Eltern, die genauso empfinden wie ihr gerade. Ihr müsst sie nur finden!

Fühlt ihr euch auch manchmal einsam? Fällt euch auch zwischendurch die Decke auf den Kopf? Sehnt ihr euch nach „Single“-Aktivitäten? Wie werdet ihr diese Gefühle los? Was unternehmt ihr aktiv dagegen?

Eure Freya